Adresse der Linksliberalen

In Köln erinnerte eine Festveranstaltung an die Gründung des Liberalen Zentrums vor 40 Jahren

  • Von Roland Kaufhold
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff (links) und Innenminister Gerhart Baum waren in den 70er Jahren in derselben Regierung und in derselben Partei – politisch trennten sie Welten.

Der Linksliberalismus war in der Bundesrepublik in den 1970er Jahren eine Speerspitze des gesellschaftlichen Veränderungswillens. Viele junge Linksliberale und Radikaldemokraten waren nach 1968 bewusst in die FDP eingetreten, um rechtsstaatliche Prinzipien und gesellschaftliche Partizipationswünsche einzufordern. 1971 hatte der damalige FDP-Generalsekretär Karl-Herrmann Flach die Streitschrift »Noch eine Chance für die Liberalen« vorgelegt. Zeitgleich verabschiedete die FDP die Freiburger Thesen. Dies alles war bemerkenswert, war doch die FDP die Partei, die bis weit in die 1970er Jahre hinein als Interessenvertreter der ehemaligen Nationalsozialisten galt. Der Abgeordnete Achenbach, zuvor aktiv an der Judenverfolgung beteiligt, setzte sich über Jahrzehnte für einen strafrechtlichen Schutz ehemaliger Nazitäter ein.

Der linksliberale Flügel der FDP hatte wohl das kreativste Potenzial aller Parteien. Die jungen Abgeordneten Helga Sc...

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