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Verwirrende Regeln bei Rückgabe von Elektrogeräten

Stichproben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bei 20 Onlinehändlern

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Wohin mit ausgedienten Elektrogeräten?
Wohin mit ausgedienten Elektrogeräten?

Seit zwei Jahren ist der Handel in der Pflicht, einen Sammelbeitrag zu leisten. Je nach Größe (eine Seite länger als 25 Zentimeter) müssen Händler sie kostenlos zurücknehmen, wenn ein gleichartiges Gerät im Shop erworben wird. Diese »1:1«-Regel gilt etwa für Toaster und Trockner. Kleine Geräte (keine Seite länger als 25 Zentimeter) können Verbraucher »in haushaltsüblichen Mengen« auch ohne Neukauf bei jedem Verkäufer von Elektronik abliefern.

Doch verwirrende Vorgaben, weite Wege oder mangelhafte Infos erschweren die Entsorgung über den Handel, besonders bei Internetkäufen. Das belegen Stichproben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (vznrw) bei 20 Onlineshops.

So müssen Händler ohne Murren etwa Fitness-Tracker, Rasierer und Uhrenradios zurücknehmen. Diese Rücknahmepflichten für alte Elektrogeräte gelten für stationäre Verkaufsstellen »mit Lager-, bzw. Ladenflächen ab 400 Quadratmetern«.

Anders jedoch beim Onlineshopping: Hier traf die Verbraucherzentrale auf einen Wust von Rückgaberegeln, auf oft weite Entsorgungswege und teils dürftige Informationen, als sie 20 Händler, davon zehn mit Filialen, abklopfte.

Bei Internetshops entfällt naturgemäß die Rückgabe im Geschäft. Deshalb dürfen Kunden online erstandene Altwaren kostenlos zurücksenden. Das betrifft etwa paketversandfähige Geräte wie Mikrowelle oder Monitor. Insgesamt acht Shops stellten dafür Retourenaufkleber bereit. Bei sechs der zehn Firmen mit Filialen konnten die Geräte vor Ort entsorgt werden.

Alternativ dürfen Läden eine Sammelstelle benennen. Der Haken dabei: die Wegstrecken, die Verbrauchern zuzumuten sind. Während stationäre Verkäufer eine Sammelstelle »im Laden oder in unmittelbarer Nähe« einrichten müssen, gilt für den Onlinehandel das merkwürdige Wegemaß: »in zumutbarer Entfernung des Endnutzers«. Und das können in der Praxis durchaus Dutzende Kilometer sein.

Wichtig zu wissen: Die Art der Rückgabemöglichkeit können sich Onlinehändler dabei aussuchen, solange eine davon kostenfrei angeboten wird.

Acht der 20 Onlinehändler im Check verwiesen auf ein Sammelsystem wie beispielsweise Interseroh oder Take-e-back. Das Prozedere ist für Kunden zwar kostenlos, aber meist aufwendig. Denn es gilt nicht nur, die Adresse einer Sammelstelle ausfindig zu machen, sondern auch das Gerät dorthin zu karren. Deshalb geht viel Elektromüll einen anderen letzten Weg: in Richtung Kreis und Kommune. Diese müssen kostenlose Annahmestellen für Altgeräte vorhalten. In vielen Orten liegt diese näher als eine Dependance der Systemsammler. In Städten wie etwa Köln ist es noch bequemer, den kommunalen Entsorger zu kontaktieren. Der nämlich holt kleinere und auch sperrige Elektroartikel in haushaltsüblichen Mengen kostenfrei ab.

Besonders ärgerlich und teuer werden konnte es laut Stichprobe bei der Entsorgung von Speditionsware wie Kühlschrank oder Waschmaschine. Denn beim Onlinekauf entfällt eine weitere wichtige verbraucherfreundliche Regelung: die kostenlose Mitnahme des alten Großgerätes, wenn das neue zu Hause angeliefert wird. Der stationäre Handel ist verpflichtet, diesen Service beim Kauf mit vereinbarter Lieferung anzubieten.

Bei den Stichproben agierten einige Internetverkäufer dagegen tricky. Sie boten zwei Varianten an: Die eine, die kostenlose Abholung ab Bordstein, war auf Internetseiten eher versteckt. Prominent zu finden war dagegen die andere Variante: die bequeme Abholung des Altgerätes am Aufstellungsort bei Lieferung des neuen. Cyberport allerdings bot den Service für Kunden, die beim Neugerät »Versand bis zum finalen Aufstellungsort« buchten - zum Preis von satten 69,90 Euro. Auch bei Karstadt war die kostenlose Bordstein-Abholung schwer zu finden. Auf der Kaufseite war die sofortige Gratisentsorgung aus der Wohnung mit einer 55 Euro teuren »Komfortlieferung« des Neugeräts verknüpft. Ähnlich agierte Technikdirekt. Insgesamt fielen bei 16 Onlinehändlern, die die Mitnahme anboten, Kosten an: 14 Euro bei Otto, rund 20 Euro bei Conrad und 39 Euro beim Onlineshop Wermuth.

Als mangelhaft erwiesen sich die Infos vieler Onlinehändler zur Altgeräterücknahme. Nur bei rund der Hälfte fand sich ein mehr oder weniger deutlicher Verweis auf der Startseite. Noch dürftiger waren Angaben auf den jeweiligen Produktseiten.

Dass es auch verbraucherfreundlich geht, zeigten die Onlineshops von AO Deutschland, von Media Markt und Saturn. Hinweise zur Altgeräte-Rücknahme fanden sich auf der Startseite wie auch auf Produktseiten. Jedes Großgerät, ob Herd oder Geschirrspüler, werde bei der Lieferung des neuen kostenlos mitgenommen. vznrw/nd

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