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Berlin bleibt Boomtown

Senat sieht anhaltendes Wirtschaftswachstum für Berlin / Wirtschaftssenatorin Pop: »Es wird eng in der Stadt«

  • Von Florian Brand
  • Lesedauer: 3 Min.

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Grünes Berlin: Wirtschaftsstandort Adlershof
Grünes Berlin: Wirtschaftsstandort Adlershof

Der überdurchschnittliche Wirtschaftsaufschwung Berlins wird aus Sicht des Senats anhalten. Zum vierten Mal in Folge verzeichnet die Berliner Wirtschaft einen Wachstumsrekord und liegt damit nach wie vor über dem Bundesdurchschnitt. »Die Wirtschaft in der Hauptstadt erweist sich als sehr dynamisch und daher als aktiver Jobmotor«, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) bei der Vorstellung des Wirtschafts- und Innovationsberichts 2017/2018. Das Berliner Wachstum beträgt demnach 3,1 Prozent. Deutschlandweit waren es im vergangenen Jahr nur 2,2 Prozent.

Mit einem jährlichen Umsatz von 25 Milliarden Euro stellen die über 700 Industriebetriebe der Hauptstadt eine starke Säule der Berliner Wirtschaft dar. »Der Industriestandort Berlin ist nach wie vor weltweit gefragt.« Hinzu geselle sich eine attraktive und lebendige Gründer*innenszene. In den vergangenen fünf Jahren wuchs die Zahl der Betriebe in Berlin um 10,9 Prozent auf rund 97 400. Bundesweit betrug das Wachstum 2,6 Prozent.

Einen weiteren Grund für den anhaltenden Boom der Hauptstadt sieht die Senatorin in der fortschreitenden Digitalisierung und damit einhergehenden Entwicklungen in der Startup-Szene. Mit drei Milliarden Euro Risikokapitalinvestition (Geld für besonders unsichere Unternehmungen), liegt Berlin bundesweit auf dem ersten Platz, weit vor Städten wie München (mit 400 Millionen Euro), sowie europaweit lediglich hinter London (4,9 Milliarden Euro) und vor Paris (zwei Milliarden). »Die Bundesregierung muss sich entscheiden, ob Berlin weltweit mitspielen will.« Andernfalls drohe Deutschland den Anschluss im Hinblick auf Digitalkompetenz zu verlieren.

Das anhaltende Wachstum wirke sich auf sämtliche Bereiche der Wirtschaft aus. Speziell in der Baubranche seien die Auftragsbücher für die nächsten Jahre »gut gefüllt«, kommentierte die Wirtschaftssenatorin. Sie warb daher dafür, das Baugewerbe zusätzlich zu unterstützen. Pop sprach von einem »Baupakt« zwischen Land und Handwerksinnungen, um Kapazitätserweiterungen voranzutreiben. »Wir werden in den kommenden zehn Jahren für Planungssicherheit sorgen«, versprach Pop, doch hierfür müssten zusätzliche Stellen für Fachkräfte geschaffen werden.

Der rot-rot-grüne Senat hatte zuletzt ein »Jahrzehnt der Investitionen« ausgerufen. Allein in den kommenden zwei Jahren sollen demnach rund 4,5 Milliarden Euro für ein »modernes Berlin« ausgegeben werden. 70 Millionen Euro stehen zur Förderung neuer Wirtschafts-, Wissenschafts- und Tourismusprojekte der wirtschaftsnahen Infrastruktur zur Verfügung. Zudem stünden 150 Millionen Euro bereit, um Grundstücke für Wohnungsbau, Schulbau und Infrastruktur anzukaufen. Davon sollen 50 Millionen Euro für den Erwerb von Gewerbeflächen verwendet werden. »Es wird eng in der Stadt«, sagte die Wirtschaftssenatorin. Pop stellte jedoch klar: »Das Land Berlin wird sich nicht an Immobilienspekulationen beteiligen.« Das Geld solle vielmehr eingesetzt werden, um Flächen zurück zu kaufen, auf die das Land Berlin ohnehin ein Vorkaufsrecht hätte.

Mit Blick auf die Zukunft rechnet der Senat mit 2,7 Prozent Wachstum in diesem Jahr, wie aus dem Bericht hervorgeht. Im April waren die Fachleute jedoch noch zuversichtlicher und hatten rund drei Prozent in Aussicht gestellt.

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