Werbung
  • Politik
  • Gewaltbereite Fußballfans

Hooliganszene ist eindeutig rechts

Gewaltbereitschaft hat drastisch zugenommen / Szene vermischt sich mit Nazigruppen

  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Chemnitz. Die Hooliganszene gewaltbereiter Fußballfans ist nach Ansicht des renommierten Gewalt- und Fan-Forschers Gunter Pilz politisch klar dem rechten bis rechtsradikalen Flügel zuzuordnen. »Die neue Hooliganszene ist ganz eindeutig rechts orientiert. Wir sehen eine Renaissance des Hooliganismus auf dem rechtsradikalen Flügel«, sagte Pilz der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Ausschreitungen in Chemnitz.

Am Sonntag und Montag waren tausende Rechte durch Chemnitz gezogen. Nach Erkenntnissen des sächsischen Verfassungsschutzes waren dabei auch Hooligans aus dem gesamten Bundesgebiet nach Chemnitz gekommen. Den Kern hatten demnach sächsische Rechtsradikale gebildet. Laut sächsischem Innenministerium waren aber auch Hooligans aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Berlin und Brandenburg nach Chemnitz gekommen.

»Im Gegensatz zu den Hooligans der 80er sind die Gruppen heute ausgesprochen gut organisiert und vernetzt«, sagte Pilz. »Die können sich stabsmäßig vorbereiten und ausgesprochen schnell reagieren.« Zudem komme es immer wieder zu bedrohlichen Verbindungen. »Sie tun sich mit Leuten aus der Türsteher- und der Kampfsportszene zusammen«, warnte Pilz. »Die Szene ist stark von russischen Hooligans bestimmt, die die Kampfsportevents organisieren.«

Noch in den 80er-Jahren habe es unter den Hooligans nur wenige gegeben, die dem rechten Spektrum zuzuordnen gewesen seien. Auch bei der Gewaltbereitschaft habe es eine dramatische Veränderung gegeben: »Anders als früher gibt es keine Grenzen der Gewalt – da wird auch ein Toter in Kauf genommen«, sagte der emeritierte Professor, zu dessen Arbeitsschwerpunkten Gewalt in der Gesellschaft und im Sport gehört.

Regionale Unterschiede in der Hooliganszene seien kaum zu erkennen. »Da gibt es keine Unterschiede zwischen Ost und West«, sagte er, »vielleicht sind sie im Osten noch ein wenig stärker und aggressiver.« Die Szene in Chemnitz um die Hooligan-Gruppen »Kaotic« und »NS-Boys« ist nach Angaben des sächsischen Verfassungsschutzes virulent und mobilisierungsstark. »Die beiden Gruppierungen sind immer wieder unangenehm aufgefallen - schon seit Jahren«, sagte Pilz.

Die Hooligans hätten sich inzwischen mit Nazigruppen vermischt. Pilz: »Sie sind nicht ihr verlängerter Arm - das hat man schon bei Hooligans gegen Salafisten (Hogesa) gesehen.« Im Oktober 2014 hatten sich bei einer Kundgebung der Hogesa in Köln Hooligans und Rechtsextreme Straßenschlachten mit der Polizei geliefert, etwa 50 Beamte wurden damals verletzt. »Von linken Hooligans ist mir nichts bekannt, auch wenn es vereinzelt linke gewaltbereite Fußballanhänger gibt«, sagte Pilz. Eine »eigene Szene« sei das aber nicht. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen