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AfD-Besuchergruppe stört Gedenkstätten-Führung

Teilnehmer der Gruppe äußerten sich antisemitisch und geschichtsrevisionistisch / Führung wurde abgebrochen

  • Lesedauer: 2 Min.

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Eine Besuchergruppe geht an einer Außenmauer des früheren Konzentrationslagers Sachsenhausen bei Oranienburg entlang. Hier hat im Juli eine AfD-Besuchsgruppe eine Führung im antisemitischen Äußerungen gesperrt haben.
Eine Besuchergruppe geht an einer Außenmauer des früheren Konzentrationslagers Sachsenhausen bei Oranienburg entlang. Hier hat im Juli eine AfD-Besuchsgruppe eine Führung im antisemitischen Äußerungen gesperrt haben.

Oranienburg. Eine AfD-Besuchergruppe hat einem Medienbericht zufolge eine Führung in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg massiv gestört und dabei auch NS-Verbrechen verharmlost. Die Gruppe aus dem Wahlkreis der AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel habe an einem vom Bundespresseamt finanzierten Besuchsprogramm teilgenommen. Aus der Gruppe heraus sei unter anderem die Existenz von KZ-Gaskammern in Zweifel gezogen worden, berichtet der Berliner »Tagesspiegel« am Freitag unter Berufung auf die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Die Führung sei daraufhin abgebrochen worden.

Weidel selbst, deren Wahlkreis am Bodensee liegt, habe nicht teilgenommen. Im KZ Sachsenhausen waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende von ihnen wurden ermordet oder starben auf andere Weise. 1942 wurde in Sachsenhausen eine Vernichtungsanlage mit Krematorium, Genickschussanlage und später eingebauter Gaskammer errichtet, die von der SS als »Station Z« bezeichnet wurde.

Unter den 17 Teilnehmern des Gedenkstättenbesuchs seien fünf bis sechs Personen gewesen, die die Führung permanent unterbrochen und gestört hätten, heißt es unter Berufung auf den Sprecher der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Horst Seferens. Dabei seien »manifest rechte und geschichtsrevisionistische Einstellungen und Argumentationsstrategien erkennbar« gewesen. Justiziable Aussagen seien dabei »offenkundig bewusst vermieden« worden, zitiert die Zeitung den Sprecher.

Eine Sprecherin der Bundesregierung habe bestätigt, dass bei dem Gedenkstättenbesuch der Gruppe »antisemitische und historisch unhaltbare Äußerungen« gefallen seien, hieß es weiter. Weder das Bundespresseamt noch die Gedenkstättenstiftung hätten den Vorfall vom 10. Juli von sich aus bekanntgemacht. Auch in der brandenburgischen Landesregierung sei der Sachverhalt bekannt gewesen. Die Polizei habe erst am Donnerstagabend von Amts wegen eine Anzeige aufgenommen und ermittele gegen Unbekannt. epd/nd

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