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  • Berlin
  • Queeres Jugendzentrum

Dringend benötigter Schutzraum

In Prenzlauer Berg wurde Berlins erstes queeres Jugendzentrum eröffnet

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: 3 Min.

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Im Beisein von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wurde am Montag Berlins erstes queeres Jugendzentrum eröffnet. Die Einrichtung im ehemaligen Generatorenhaus des alten Umspannwerks in der Sonnenburger Straße 69 in Prenzlauer Berg steht künftig allen jungen Menschen offen, die sich dem LSBTTIQ-Spektrum zugehörig fühlen.

Die Angebote des Zentrums richten sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von zwölf bis 27 Jahren, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell sowie trans- und intersexuell verstehen. Träger der Einrichtung ist das Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg.

»Das queere Jugendzentrum ist ein Haus von und für junge Menschen«, sagte Bildungssenatorin Scheeres. Hier hätten die Jugendlichen endlich einen geschützten Raum, in dem sie fachkundige Unterstützung finden und andere junge Menschen in ähnlichen Lebenslagen treffen könnten. »Viele LSBTTIQ-Jugendliche haben Angst, sich zu outen, erleben Diskriminierung oder haben zu wenige Informationen über nicht-hetrero- sexuelle Lebensweisen«, sagte die Bildungssenatorin.

Zu den Angeboten des queeren Jugendzentrums gehören beispielsweise Beratungen bei Coming-out-Prozessen sowie Informationen für trans-und intergeschlechtliche Jugendliche und ihre Familien. Auch Diskussionsrunden, Partys und Konzerte sollen zukünftig in der Sonnenburger Straße 69 stattfinden. Die jungen Menschen gestalten die Angebote dabei eigenverantwortlich mit. Finanziert wird die Einrichtung vom rot-rot-grünen Senat mit 175 000 Euro. Die Koalition erfüllt damit ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag und folgt den Beispielen aus Hamburg, Düsseldorf und Köln, wo es bereits seit einiger Zeit solche queeren Jugendzentren gibt.

Mit Angeboten wie dem Jugendzentrum will der Senat die hohe Suizidrate unter queeren Jugendlichen senken. Statistiken zufolge ist das Suizidrisiko in dieser Gruppe vier- bis sechs Mal höher als im Durchschnitt.

»Mit dem Jugendzentrum geht für uns ein langjähriger Wunsch in Erfüllung«, sagte der Geschäftsführer von Lambda, Kay-Alexander Zepp. Viele junge Menschen aus ganz Berlin und Umgebung hätten schon seit langem auf die Eröffnung des Zentrums gewartet. Der Bedarf an Angeboten für LSBTTIQ-Jugendliche sei überaus groß. »Aus unserer Arbeit wissen wir, dass viele Bedarfe bisher nicht abgedeckt werden konnten. Das ist mit dem queeren Jugendzentrum nun sehr viel besser möglich«, erläuterte Zepp. Der Verein Lambda mit seinen etwa 800 Mitgliedern ist der einzige Verband der freien Jugendhilfe in Berlin und Brandenburg von und für schwule, lesbische und queere Jugendliche. Seit 2014 betreibt Lambda schon ein queeres Jugendhaus in Prenzlauer Berg. Durch die Aufwertung zum Jugendzentrum würden sich die finanziellen Zuwendungen jetzt verdoppeln, wie Geschäftsführer Zepp sagte.

Auch Pi Gina zeigte sich am Montag sehr über die Eröffnung des Jugendzentrums erfreut. Die 23-Jährige ist bei Lambda engagiert und betreut eine Gruppe von queeren Jugendlichen im Alter von 13 bis 19 Jahren. »Durch den gemeinsamen Austausch steigt das Selbstbewusstsein der Jugendlichen«, sagte Pi Gina, die biologisch als Junge geboren wurde, sich aber als Frau versteht und kleidet. »Mit den durch das Jugendzentrum neu gewonnenen Ressourcen können wir unsere Arbeit neu aufstellen«, sagte Pi Gina.

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