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Konzertfreude zu Basisorganisierung

Sebastian Bähr über das beeindruckende Konzertevent von »Wir sind mehr«

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 1 Min.

Gänsehautstimmung in Chemnitz. Aus 65.000 Kehlen, jung wie alt, politisch wie weniger politisch, brüllt es am Montagabend »Alerta, Alerta - Antifascista!« Das Konzertevent »Wir sind mehr« hatte alle Erwartungen übertroffen. Und damit Wort gehalten. Am Montag war nach tagelangen neonazistischen Ausschreitungen das antifaschistische Chemnitz in der Überzahl. Ausgebrannte Aktivisten konnten Kraft tanken, Geflüchtete fanden einen sicheren Ort. Das Programm war entgegen zahlreicher Befürchtungen kritisch: Von Nazigewalt Betroffene kamen zu Wort. Die Künstler ließen sich weder von dem Lob von Steinmeier und Maas vereinnahmen, noch distanzierten sie sich von Linksradikalen aufgrund der Diffamierungen einer Kramp-Karrenbauer. So gut wie jede Band wies darauf hin, dass das Engagement nach dem Konzert weitergehen müsse.

Genau dies wird die Herausforderung für die kommende Zeit sein: Den Elan von Montag in die anstrengenden Alltagskämpfe zu überführen; neue Mitstreiter zu begeistern und diese in die antifaschistischen und zivilgesellschaftlichen Strukturen einzubinden. Ein paar Konzertbesucher gehen vielleicht mal auf eine Demo. Andere fühlen sich nun ermutigt, im Betrieb, in der Familie oder am Stammtisch rassistischer Hetze zu widersprechen. Auch das ist wichtig. Die nächsten rassistischen Krawalle kommen gewiss.

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