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Freie Träger sollen höhere Gehälter zahlen

Ver.di kündigt Tarifverhandlungen mit sozialen Einrichtungen von Kitas bis Altenpflegeheimen an

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 2 Min.

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Bei einer Demonstration für mehr Kita-Plätze im Mai 2018 in Berlin
Bei einer Demonstration für mehr Kita-Plätze im Mai 2018 in Berlin

Ver.di will noch in diesem Jahr Tarifverhandlungen mit den freien sozialen Trägern der Stadt aufnehmen. Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft am Mittwoch mit. Ziel ist die Anpassung der Gehälter an die Löhne, die im öffentlichen Dienst des Landes Berlin gezahlt werden. Die Gehaltslücke liegt laut ver.di bei 15 bis 20 Prozent, zum Teil bei mehreren 100 Euro pro Monat. Erzieher verdienten zum Teil rund 650 Euro, Integrationserzieher rund 730, Sozialarbeiter sogar rund 950 Euro weniger als gleich qualifizierte Kollegen im öffentlichen Dienst.

Zu den freien sozialen Trägern zählen die Wohlfahrtsverbände, aber auch alle anderen Einrichtungen, die beispielsweise Kindertagesstätten oder Jugendclubs betreiben und nicht als Unternehmen (GmbH) organisiert sind. Sie beschäftigen Menschen in rund 50 verschiedenen Berufsgruppen, darunter Erzieher, Pfleger, Sozialpädagogen.

Um diese zu organisieren, lädt ver.di alle Gewerkschaftsmitglieder und solche, die es werden wollen, zu einer Auftaktveranstaltung am 25. September ein. »Dort wollen wir den Fahrplan besprechen«, sagt Ivo Garbe, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär, dem »nd«. Ein paar Einrichtungen seien bereits gut organisiert, haben Betriebsgruppen eingerichtet, es gibt einen übergreifenden Betriebsrätearbeitskreis Soziales.

Mit einigen Einrichtungen hat ver.di bereits Haustarifverträge ausgehandelt. Im Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg gibt es bereits seit rund 20 Jahren einen Tarifvertrag für die rund 1300 Beschäftigten. »Dass ver.di die Angleichung an den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes fordert, kann ich verstehen«, sagt Thomas Hummitzsch, Sprecher des Humanistischen Verbands, dem »nd«. Aber das sei aus mehreren Gründen nur schwierig umzusetzen. Zum einen sorge der Haustarifvertrag dafür, dass die Mitarbeiter spartenübergreifend das gleiche verdienten. Wenn der Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes gelte, würde das zu ungleicher Bezahlung führen. Zum anderen reiche die Finanzierung durch den Senat nicht aus, um Tariflöhne zu zahlen. »Da müssten sich mal ver.di und der Senat zusammensetzen.«

Das ist Garbe zufolge längst geschehen. »Es gibt Signale aus dem Senat, dass wenn ein Tarifvertrag vorliegt, dieser auch refinanziert wird.« In der Senatsverwaltung für Soziales soll einem Beschluss des Abgeordnetenhauses zufolge außerdem eine Arbeitsgruppe »Tarifanpassung bei Zuwendungsempfängern« eingerichtet werden. Ein gemeinsames Treffen des Betriebskräftearbeitskreises mit dem Sozialstaatssekretär Alexander Fischer ist für den 29. Oktober vorgesehen.

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