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Erfolgreich, aber doch zerstritten

Die deutschen Basketballer könnten sich auch dank des neuen Qualifikationsmodus’ für die WM bald qualifizieren. Änderungen im Spielkalender indes verärgern die Vereine

  • Von Thomas Wolfer, Hamburg
  • Lesedauer: 3 Min.

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Kommt fürs Minturnier aus den USA: Dennis Schröder
Kommt fürs Minturnier aus den USA: Dennis Schröder

Die WM-Qualifikation ist für Dennis Schröder und Co. greifbar, die deutsche Basketballnationalmannschaft so erfolgreich wie lange nicht - und trotzdem gibt es reichlich Frust bei den Vereinen. Die Verpflichtungen der Nationalspieler bringen aktuell die Vorbereitung und später die Saison durcheinander. Deswegen drängen Klubverantwortliche aus der Bundesliga vor dem Supercup ab diesem Freitag in Hamburg auf eine erneute Reform des Wettkampfkalenders.

»Das ist eine schlechte Sache und ergibt so eigentlich keinen Sinn«, sagte Alba Berlins Sportdirektor Himar Ojeda. Dem Vizemeister fehlen so wie vielen anderen Vereinen vor dem Saisonstart Ende des Monats mehrere Spieler, weil diese bei ihren Auswahlmannschaften weilen. Allein für den laufenden Lehrgang mit der WM-Qualifikation am 13. September in Estland und am 16. September gegen Israel in Leipzig mit dem vorgelagerten Supercup sollten die deutschen Profis für bis zu 18 Tage abgestellt werden.

Diesen langen Zeitraum kritisierte auch Geschäftsführer Thomas Stoll von ratiopharm Ulm. Er verwies darauf, dass in Spanien beispielsweise nur zehn Tage nötig seien. »Ich habe 100 Prozent Verständnis für die Vereine und die Trainer. Natürlich will jeder seine Spieler so lange wie möglich bei sich haben«, erwiderte Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bunds (DBB). »Unsere Mannschaft hat sich sieben Tage vor dem Turnier in Hamburg getroffen, das ist schon sinnvoll.« Weiss verwies darauf, dass auch immer wieder Kompromisse gefunden würden und Spieler in Einzelfällen nicht die ganze Zeit dabei sein müssten.

An diesem Freitag (20 Uhr) geht es beim Supercup gegen die Türkei, am Sonnabend gegen Italien oder Tschechien. Das Miniturnier ist die wichtigste Sommerveranstaltung der Nationalmannschaft. Unter anderem sind die NBA-Profis Dennis Schröder und Maxi Kleber dabei. Der DBB bietet sein derzeit stärkst mögliches Team auf, um eine Woche später einen großen Schritt Richtung WM in China zu machen.

Sechs Siege in sechs Spielen hat die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Rödl dort bislang gefeiert. Die Chance, in Asien dabei zu sein, ist groß. »Die Nationalmannschaft ist die Lokomotive für den Basketball in Deutschland«, sagte Weiss. »Wenn wir weiter so erfolgreich sein wollen, müssen alle mitziehen.«

Die Qualifikation für die WM läuft in sogenannten Fenstern. Dreimal pro Jahr - zweimal davon während der Vereinssaison - wird das Team zusammengezogen. Das erhöht laut Weiss die Aufmerksamkeit: »Wir haben Basketball viel öfter im Fokus und in den Medien«, sagt er. Allerdings können nicht immer alle Profis dabei sein. Die NBA gibt ihre Spieler während ihrer Saison nicht frei, auch die europäische Königsklasse Euroleague fand mit dem Weltverband FIBA noch keine einvernehmliche Lösung.

Deswegen regt sich Widerstand, weil manche Vereine häufiger ihre Spieler abstellen müssen als andere. »Die FIBA-Fenster sind schlecht für den Basketball«, twitterte Alba Berlins Trainer Aito Garcia Reneses. Auch Marko Pesic, Geschäftsführer des deutschen Meisters Bayern München, fordert ein schnelles Umdenken. »Das wichtigste Thema ist ein gemeinsamer europäischer Kalender. Das ist die Voraussetzung für jede Entwicklung, die wir machen können«, sagte der frühere Nationalspieler.

Weiss, der auch Mitglied des Vorstands beim europäischen Verband FIBA Europe ist, versucht zu beschwichtigen. Die Einführung der Fenster sei »eine gute Sache. Dass wir die Chance haben, bei der WM dabei zu sein, passiert auch dank der Fenster«, behauptet er. Früher lief die WM-Qualifikation über die Europameisterschaft. Dort war Deutschland 2017 im Viertelfinale ausgeschieden und hätte sich nicht qualifiziert. Nun ist die Situation eine ganz andere. »Wenn es so positiv weitergeht, habe ich keine Zweifel, dass wir dabei sein werden«, sagte Weiss. dpa/nd

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