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Warten auf den Heilsbringer

Argentinien rätselt, ob Lionel Messi weiter für die Albiceleste aufläuft oder Schluss macht

  • Von Patrick Reichardt und Juan Garff, Los Angeles
  • Lesedauer: 3 Min.

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WM 2018: Lionel Messi (r.) gegen Ahmed Musa aus Nigeria.
WM 2018: Lionel Messi (r.) gegen Ahmed Musa aus Nigeria.

Lionel Messi schweigt einfach. Macht er im Nationaltrikot weiter? Hört er auf? Greift er in Katar 2022 ein letztes Mal nach dem Goldpokal? Mit fast zehn Wochen beharrlicher Stille macht der fünfmalige Weltfußballer aus Argentinien beinahe ein Staatsgeheimnis aus seiner Zukunft und hat inzwischen sogar das wochenlange Dauerschweigen von Bundestrainer Joachim Löw überboten. Klar ist: Die vier kommenden Tests, die für den Vizeweltmeister von 2014 am Freitagabend (Ortszeit) mit einem Duell gegen Guatemala in Los Angeles beginnen, finden erst einmal ohne den argentinischen Heilsbringer statt.

»Wir hoffen, dass Messi in unser Team zurückkehrt, das wäre das Beste für uns«, sagte Mittelfeldspieler Maximiliano Meza über den Superstar des FC Barcelona. Auf dem Trainingsplatz bereiten die Interimscoaches Lionel Scaloni und Pablo Aimar einen Mix aus Unbekannten und hoffnungsvollen Talenten auf die Spiele gegen Guatemala und Kolumbien vor, abseits des Rasens gibt es weiter nur ein Thema: Messi und dessen Zukunft.

»Es ist schon seltsam, zur Nationalelf zu kommen - und Messi ist nicht dabei«, stellte Nicolás Tagliafico fest. Der Abwehrspieler von Ajax Amsterdam ist einer von gerade einmal sechs Profis, die nach der enttäuschenden WM mit dem Achtelfinalaus gegen den späteren Weltmeister Frankreich wieder nominiert wurden. Routiniers wie Javier Mascherano traten zurück, manche wurden nicht mehr berufen. Argentinien droht ein Umbruch, und angesichts der knüppelharten Ausscheidung in Südamerika dürfte der zweimalige Weltmeister froh sein, dass die Qualifikation für die nächste WM erst im Herbst 2019 beginnt.

Das Weltturnier in Russland hinterließ Szenen eines tief enttäuschten Messi - und fragwürdige Bilder über ein deutlich in Schieflage geratenes Konstrukt. Selbst der 31. Geburtstags Messis, den die Quartierstadt Bronnizy ausgiebig feiern wollte, schien mehr zu interessieren als die Leistung des restlichen Teams. Messi hier, Messi da: Bei keinem anderen WM-Teilnehmer stand ein Spieler so sehr im Fokus wie bei den Argentiniern.

Interimslösung Scaloni, der einen Vertrag bis Dezember hat, wird dies nun notgedrungen ändern. Und er setzt auf einen Radikalschnitt: Nur zwei der 28 berufenen Profis sind über 30 Jahre alt, zwölf Akteure haben noch gar kein Länderspiel absolviert. »Wir nehmen uns die Zeit, die richtige Entscheidung zu treffen«, betonte Verbandschef Claudio Tapia hinsichtlich der Trainerfrage. Auch Ex-Coach José Pekerman, der die Selección 2006 bei der WM betreute, könnte nach seinem Aus bei Rivale Kolumbien wieder eine Option sein.

Für die Südamerikaner ist es bereits der zweite Neustart ohne Messi. 2016 hatte der Superstar nach einem verlorenen Finale in der Copa America seinen Rücktritt erklärt, kehrte aber schnell wieder zurück. »Das war eine Entscheidung, die ich im Eifer des Gefechts getroffen hatte, aber es war mir unendlich peinlich, meinen Schritt danach zu revidieren«, musste Messi danach einräumen. Davor muss er diesmal keine Angst haben. Eine vorschnelle und unüberlegte Entscheidung ist nach knapp 70 Tagen Bedenkzeit nicht mehr zu erwarten. dpa/nd

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