Werbung

Aktive Väter

Bildungsrauschen

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Mit Einführung des Elterngelds 2007 rückte die »aktive Vaterschaft« ins Zentrum wissenschaftlicher Aufmerksamkeit. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bezeichnet die stärkere Beteiligung von Männern bei der Erziehungsarbeit in ihrem Väterreport 2016 als »eine der wichtigsten gesellschaftlichen Veränderungen des 21. Jahrhunderts«. (bmfsfj.de) Nur zeigt sie noch nicht ihre volle Entfaltung. So stellte das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in seinem Väterreport unter anderem fest, dass es nach wie vor eine »großen Kluft« zwischen »gewünschtem und tatsächlichem Umfang väterlichen Engagements in der Familie« gibt (dji.de).

Einen der Gründe hierfür spezifiziert die Studie »Nur Mut! Männer/Väter« der Unternehmensberatung A.T. Kearne. Diese befasst sich mit der nach wie vor schlechten Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Demnach vermissen Väter auf sie zugeschnittene Angebote, sie wollen Langzeitkonten, um Arbeitszeiten für eine »längere Freistellungsphase anzusparen«, und viele sehen auch in »zusätzlichen Geldleistungen für Familien« eine Entlastung, die der Vereinbarkeit zugutekomme (perspektive-wiedereinstieg.de).

Eine profunde Einführung in den Stand der Wissenschaft und Forschung über (aktive) Väter bietet das Bundesforum Männer, das sich als »geschlechterpolitische Lobbyorganisation im Feld von Jungen-, Männer- und Väterpolitik« versteht. Dabei sieht sich das Forum im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit der »Solidarität unter Männern und Jungen und mit Frauen und Mädchen« verpflichtet. Anstoß zur Väterforschung gaben dem Forum zufolge die 1985 erschienen Bände »Väter« des Sozialanthropologen Wassilios Fthenakis. 2004 revolutionierte der Erziehungswissenschaftler Michael Matzner mit seiner Forderung nach Konzentration auf »subjektive Vaterschaftskonzepte« und den »Prozess der Realisierung von Vaterschaft« die Forschungslandschaft. Er beklagte die bis dato durchgeführte Fokussierung auf quantitative Forschung des Problems.

2005 formulierte die Soziologin Gudrun Cyprian ein Bündel von Fragen, deren Antworten, so das Forum, noch ausstehen. Dazu gehört, ob es richtig ist, den wissenschaftlichen Fokus auf Väter zu lenken, die »Vaterurlaub« und »Teilzeitarbeit für Mütter und Väter« einfordern. Cyprian kritisiert, dass Forschung an der »Etikettierung« eines »unsicheren Rollenverständnisses« festhalte, wenn Väter sich weder als »extrem traditionell« noch »caring-orientiert« verstehen. Mit kritischem Verweis auf die Studie der Psychologin Margit Stamm »Väter, Wer sie sind, Was sie tun, Wie sie wirken« von 2016 wehrt sich das Forum gegen das »Kreieren von Schubladen«. Das »Bundesforum Männer« spricht sich für eine interdisziplinäre Forschung einschließlich Väterbeteiligung aus, denn Väter spielten »eine wichtige und eigenständige Rolle bei der Entwicklung von Kindern« (bundesforum-maenner.de). Lena Tietgen

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen