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22-Jähriger in Köthen gestorben - Rechte rufen zu »Trauermarsch« auf

Beobachter befürchten Ausschreitungen wie in Chemnitz / Ergebnis der Obduktion: Mann starb an Herzinfarkt

  • Von Fabian Hillebrand
  • Lesedauer: 2 Min.

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In der Nacht zu Sonntag ist der 22-jährige Markus B. in Köthen nach einer Auseinandersetzung gestorben. Das Ergebnis einer Obduktion ergab, dass der 22-Jährige an einem Herzinfarkt verstorben sein soll. Der junge Mann soll eine kardiologische Vorerkrankung gehabt haben, berichtet die »Mitteldeutsche Zeitung«. Die Behörden ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge.

Indes mobilisieren Rechtsextremisten in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Sie wollen nun aus Köthen das »nächste Chemnitz« machen. Am Abend soll es einen Trauermarsch geben. Es wird auch mit einer Kundgebung gegen Rechtsextremisten gerechnet. Mehrere Hundertschaften der Polizei, darunter auch aus Niedersachsen und Berlin, sind im Einsatz, um Ausschreitungen in Köthen zu verhindern.

Die Befragung zweier Tatverdächtiger dauere am Sonntagnachmittag noch an, teilten Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg mit. Die Ermittlungen würden in alle Richtungen geführt. Zum Anlass des Streits und zu den konkreten Umständen seien bisher keine Details bekannt.

Die Tat soll auf einem Spielplatz am Karlsplatz begangen worden sein. Zwischen zwei Gruppen soll es zuvor zu einem Streit gekommen sein, schreiben die Zeitung »Die Welt« und die Deutsche Presse-Agentur übereinstimmend. Kurz nach der Auseinandersetzung sollen der 22-Jährige und sein Begleiter hinzugekommen sein.

Auf Facebook mobilisierten Gruppen wie die »Heidenauer Welle« zur Teilnahme an einem Aufmarsch. Auch auf Twitter mobilisieren Nazikader zu der Veranstaltung. Die Naziszene in Sachsen-Anhalt gilt als bestens vernetzt.

Für zusätzliches Mobilisierungspotential könnte der derzeit im nahen Dessau abgehaltene Landesparteitag der AfD sorgen. Dort war unter anderem AfD-Rechtsaußen André Poggenburg geladen. Dort war der tödliche Streit Thema, wie die »Mitteldeutsche Zeitung« berichtete. Es wurde eine Schweigeminute abgehalten, man warte das Ergebnis der Obduktion ab und entscheide dann, ob man einen Trauermarsch durch Köthen planen würde, verriet der Köthener AfD-Abgeordnete Hannes Loth. Dass sich daran dann auch die Pegida-Bewegung beteilige, »können wir nicht ausschließen«, so Loth.

Das Bündnis »Dessau Nazifrei« mobilisiert derweil ebenfalls zu einer Kundgebung in Köthen. Nach den Ereignissen in Chemnitz befürchte man, dass es wieder zu einem gewalttätigen Aufmarsch und Hetzjagden auf Migranten durch rechtsextremer Gruppierungen kommen könnte. Deshalb wolle man sich um am Sonntag um 18:00 Uhr in Köthen treffen, um »Köthen nicht dem rechten Mob zu überlassen«.

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