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  • Politik
  • Antisemitismus in Chemnitz

Jüdisches Restaurant attackiert

Antisemitischer Überfall auf das »Schalom« in Chemnitz / Erneut Konzert »Wir sind mehr« geplant

  • Lesedauer: 2 Min.

Chemnitz. Der Vorfall ist erst jetzt bekannt geworden. In Chemnitz ist das koschere Restaurant »Schalom« offenbar von Rechtsradikalen attackiert worden. Nach Angaben des Wirtes bewarf am vergangenen Montagabend eine Gruppe teils Vermummter das Restaurant mit Steinen und Flaschen. Der Betreiber Uwe Dziuballa erklärte gegenüber der dpa, dabei sei auch der Ruf »Judensau, hau ab aus Deutschland« gefallen. Die Attacke habe nur wenige Sekunden gedauert. Mittlerweile hat sich der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) mit dem Wirt getroffen. Die Polizei arbeite mit Hochdruck daran, »diese widerliche Tat aufzuklären«, erklärte das Ministerium zu dem Treffen vom Samstagabend. Der Wirt des Lokals »Schalom« hat Anzeige erstattet.

Der Zentralrat der Juden warnt vor einer Bagatellisierung der fremdenfeindlichen und antisemitischen Übergriffe in der Stadt. »Für die Versuche einiger Politiker und Vertreter der Sicherheitsbehörden, die Lage in Chemnitz schönzureden, habe ich kein Verständnis«, erklärte Präsident Josef Schuster am Sonntag. Über den Angriff auf ein jüdisches Restaurant in der sächsischen Stadt zeigte er sich erschüttert.

Der Handelsverband Deutschland warnte derweil vor einem »Klima der Angst«. »Alle, die das Bild eines toleranten Deutschlands stören, gefährden erheblich unser Zusammenleben und auch den Wirtschaftsstandort«, schrieb der Präsident des Handelsverbandes Deutschland, Josef Sanktjohanser, in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Am Wochenende gab es in der sächsischen Stadt erneut Proteste der rechtsradikalen Initiative »Pro Chemnitz«, an denen sich nach Polizeiangaben 2350 Personen beteiligten. Zu einer Gegendemonstration des Bündnisses »Chemnitz nazifrei« kamen rund 1000 Teilnehmer. Parallel zu den Demonstrationen setzten die Kulturbetriebe der Stadt mit einem Open-Air-Konzert von Beethovens 9. Sinfonie ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit. Die 4500 Sitzplätze auf dem Theaterplatz waren komplett gefüllt.

Für Montag ist erneut ein »Wir sind mehr«-Konzert geplant. Am Karl-Marx-Monument in Chemnitz sollen unter anderem die Bands Die Zöllner und Apfeltraum auftreten. Agenturen/nd

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