Werbung

Affront gegen Merkel

Personalie: Ralph Brinkhaus will Chef der Unionsfraktion werden

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Ralph Brinkhaus will Chef der Unionsfraktion werden.
Ralph Brinkhaus will Chef der Unionsfraktion werden.

Als Ralph Brinkhaus kürzlich angekündigt hat, bei der Wahl zum Chef der Unionsfraktion am 25. September gegen Amtsinhaber Volker Kauder anzutreten, waren viele Beobachter des bundespolitischen Geschehens überrascht. Brinkhaus ist in der Fraktion nämlich bislang unauffällig geblieben. Trotzdem sollte man ihn nicht unterschätzen. Der 50-Jährige ist seit 2014 einer von zwölf Fraktionsvizechefs und gehört somit zum engeren Führungszirkel. Es ist davon auszugehen, dass Brinkhaus diverse interne Gespräche geführt hat, um seine Chancen auszuloten. Seine Kandidatur ist vor allem ein Affront gegen Kanzlerin Angela Merkel, die weiter mit Kauder zusammenarbeiten will.

Brinkhaus hat dem »Focus« mitgeteilt, dass er eine stärkere Unabhängigkeit der Fraktion gegenüber Kanzleramt und CDU-Spitze anstrebe. Seine Pläne will er an diesem Montag den 246 Abgeordneten erläutern. Brinkhaus könnte von der schlechten Stimmung in der Union profitieren. Die Umfragewerte sind ernüchternd und intern flammt immer wieder der Streit um die Flüchtlingspolitik auf. Eine wichtige Rolle dürfte spielen, inwieweit es Brinkhaus gelingt, Abgeordnete aus seinem mitgliederstarken Landesverbands Nordrhein-Westfalen auf seine Seite zu bringen. Aus diesem Bundesland stammen auch andere bekannte Kritiker von Merkel wie etwa Gesundheitsminister Jens Spahn und Fraktionsvize Carsten Linnemann. Die Führung der NRW-CDU lehnt es aber bislang ab, die Kandidatur von Brinkhaus zu unterstützen. Auch der Chef der CSU-Landesgruppe, die oft mit der Kanzlerin im Clinch liegt, hat sich gegen ihn gestellt. Alexander Dobrindt bekundete seine Unterstützung für Kauder. Kurz vor der Landtagswahl wollen die Bayern offenbar einen Krach in der Bundestagsfraktion vermeiden.

Nichtsdestotrotz gilt Brinkhaus in der Fraktion als beliebt und verlässlich. Besonders Abgeordnete, die auf einen verstärkt neoliberalen Kurs der Union hoffen, können sich den Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gut als neuen Fraktionschef vorstellen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen