Werbung

Beschäftigte zweiter Klasse

Ines Wallrodt über den ungebrochenen Trend zur Leiharbeit

  • Von Ines Wallrodt
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Leiharbeit: Beschäftigte zweiter Klasse

In der Metallbearbeitung, der Logistik oder bei der Post arbeitet inzwischen jeder zehnte Beschäftigte auf Leiharbeitsbasis. Diese Jobs federn nicht etwa kurze Auftragshochzeiten ab, sondern sind fest einkalkuliert - die Ausnahme als Dauerzustand. Diese Arbeitskräfte werden offenkundig gebraucht - ihre Zahl wächst seit zehn Jahren kontinuierlich - und trotzdem nicht fest angestellt. Denn Leiharbeit ist praktisch für Unternehmen, die ihre Risiken dadurch leicht auf die Beschäftigten abwälzen können. Leiharbeiter sind Manövriermasse, einfach zu kündigen, wenn es opportun erscheint, und einfach zu führen, denn wer auf einen festen Vertrag hofft, hält die Schnauze und streckt sich, um jedwede Anforderung zu erfüllen. Sie arbeiten dasselbe wie die Kollegen und werden dennoch oft deutlich schlechter bezahlt. Selbst wo Leiharbeit doch in eine Festanstellung mündet, bleibt sie eine unberechtigt verlängerte Probezeit. So wird das Rad der Geschichte zurückgedreht. Arbeitsrechte, vor Jahrzehnten erkämpft, gelten für die über eine Million Leiharbeiter nur noch eingeschränkt. Das schwächt auch die Stammbeschäftigten. Leiharbeiter sind ständige Drohung für sie, nicht zu anspruchsvoll zu sein. Der Zuwachs solcher Arbeitsverhältnisse - heißen sie nun Leiharbeit, Minijob oder Befristung - ist es, auf dem das viel bejubelte deutsche Jobwunder basiert. Sie sind sozialversichert, zum Teil, immerhin. Sicherheit bieten sie nicht.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen