Werbung

Gemeinschaftseigentum nie ohne WEG-Beschluss anfassen

Wohnungseigentümer

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Eine Verbesserung gegenüber dem Urzustand können Miteigentümer nach einem BGH-Urteil vom 16. März 2018 (Az. V ZR 276/16) höchstens dann verlangen, wenn eine Baumaßnahme in erheblichen Umfang in die Gebäudesubstanz eingreift.

Schon länger ist höchstrichterlich entschieden, dass bei Renovierungen im Sondereigentum (zum Beispiel Parkett statt Teppichboden) nur der Trittschallschutz wiederherzustellen ist, der bei der Gebäudeerrichtung vorhanden war (BGH vom 27. Februar 2015, Az. V ZR 73/14). In ihrem aktuellen Urteil weiten die Richter diesen Grundsatz auf den Fall aus, dass bei der Renovierung auch das Gemeinschaftseigentum angefasst wurde (hier: Austausch des Estrichs unter dem Bodenbelag).

Aber Vorsicht: Wenn die Baumaßnahme eines Sondereigentümers in erheblichen Umfang in die Gebäudesubstanz und damit ins Gemeinschaftseigentum eingegriffen hat, ändert sich das. Dann dürfen die übrigen Wohnungseigentümer nach Ansicht der Richter erwarten, dass die aktuellen technischen Vorgaben und damit auch die nunmehr geltenden Trittschallschutzwerte beachtet wurden. Der BGH nennt hierfür das Beispiel eines nachträglichen Dachgeschossausbaus.

»Für Sie als Wohnungseigentümer ist dieses BGH-Urteil zweifach wichtig«, sagt Sabine Feuersänger vom Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (WiE). »Zum einen klärt der BGH, dass das bei üblichen Wohnungsrenovierungen angefasste Gemeinschaftseigentum wiederhergestellt, aber nicht verbessert werden muss. Zum anderen lenkt das Urteil noch einmal den Fokus darauf, wie riskant es ist, ohne WEG-Beschluss Arbeiten am Gemeinschaftseigentum zu veranlassen. Dazu sind Sie nämlich nicht berechtigt. Das bedeutet: Verschlechtern Sie den Ausgangszustand, werden Sie das auf Wunsch Ihrer Miteigentümer jedenfalls und auf Ihre eigenen Kosten korrigieren müssen. Hat Ihre Maßnahme gar in erheblichem Umfang in die Gebäudesubstanz eingegriffen, müssen Ihre Miteigentümer sich nach dem neuen BGH-Urteil auch nicht damit zufriedengeben, dass die Ausführung dem übrigen, ursprünglichen Gebäudeniveau entspricht.«

Wohnen im Eigentum rät: Beugen Sie als Wohnungseigentümer jedem Streit in dieser Sache vor, indem Sie Gemeinschaftseigentum niemals eigenmächtig renovieren. So etwas ist Sache der WEG, die in der Eigentümerversammlung über die Art und Weise der Ausführung - und somit zum Beispiel auch über das zu erreichende Niveau des Trittschallschutzes - beschließt.

Was Gemeinschafts- und was Sondereigentum ist, welche Baumaßnahmen welche Mehrheiten brauchen und welche Umbauwünsche einzelner Eigentümer die WEG dulden muss, lesen Sie im WiE-Ratgeber »Der Modernisierung-Knigge für Wohnungseigentümer«. Als kostenfreier Download oder Broschüre zu finden über den Shop auf der Website www.wohnen-im-eigentum.de. WiE/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen