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  • Deutscher Fleischer-Verband

Stets von der Pike auf

Max Münch kickte einst für die Leipziger Top-Klubs - und trägt nun stolz das Trikot der Nationalmannschaft des Fleischer-Vernande

  • Von Filip Lachmann, Leipzig
  • Lesedauer: 3 Min.

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Am Samstag präsentiert sich auf Leipzigs Augustusplatz die deutsche Fußballnationalmannschaft - nicht etwa die des DFB, sondern die des DFV, des Deutschen Fleischer-Verbandes. Anlass ist der Tag des Handwerks. Im Aufgebot der Jungfleischer steht dann auch Max Münch.

Bevor sich Mann aus Lommatzsch der Metzgerzunft verschrieb, war für ihn eine Karriere als Profi-Kicker zum Greifen nah. Als talentierter Ballkünstler besuchte der heute 25-Jährige Sachse einst das Riesaer Sportgymnasium. Sein geschickter Umgang mit dem runden Leder ließ alsbald größere Vereine auf ihn aufmerksam werden. Und so zog er mit 15 Jahren in eine Spieler-WG des FC Sachsen Leipzig. Infolge der späteren Vereins-Insolvenz wurden die Nachwuchsmannschaften vom seinerzeit frisch gegründeten RB Leipzig übernommen. Münch wähnte sich beim heutigen Bundesligisten schon fast am Ziel seiner Träume, da beendete eine schwere Sprunggelenkverletzung abrupt seine fußballerische Karriere. Zwar versuchte er bei Lok Leipzig ein Comeback, musste aber letztlich seinem Körper Tribut zollen. Immerhin hat Münch das Kunststück vollbracht, für alle drei großen Klubs der Stadt aufzulaufen.

Nachdem die Verletzung das Aus als Leistungssportler besiegelte, besann sich Münch auf die berufliche Leidenschaft, die ihm bereits in die Wiege gelegt wurde. Als Spross einer über vier Generationen reichenden Fleischerfamilie überlegte er nicht lange, wohin die Reise nun gehen sollte. »Mein Vater hätte nie von mir verlangt, irgendwann das Unternehmen zu übernehmen. Es war von Anfang an mein eigener Wunsch, den Familienbetrieb nicht nur eines Tages fortzuführen, sondern auch weiterzuentwickeln«, sagt der junge Fleischermeister. Wer sich mit Münch unterhält, spürt nicht nur die Zielstrebigkeit und klare Vision in seinem Handeln, sondern fragt sich unweigerlich, ob der Tag des Mittzwanzigers gar 48 Stunden hat. Die Berufs- und Lebenserfahrung, die er in den vergangenen zehn Jahren sammelte, würden mühelos auch die doppelte Zeitspanne ausfüllen.

So wechselte er zunächst zurück nach Riesa, um sein Fachabitur zu absolvieren. Mit dem Abschluss in der Tasche startete er eine Ausbildung als Koch - und zwar in Leipzig. »Während der Zeit in der Fußball-WG besuchte ich hier die Fachoberschule, wo ich mein Pflichtpraktikum in der Küche des Restaurants ›Macis‹ absolvierte«, erklärt Münch. Er habe sich ganz bewusst entschieden, den Beruf von der Pike auf zu lernen.

Es verwundert kaum, dass er schon damals an die Zukunft dachte: »Gerade im Bereich Partyservice und Catering hat unsere Fleischerei noch großes Entwicklungspotenzial, für das ich mit der Ausbildung zum Koch die entsprechende Grundlage legen wollte.« Bereits nach zweieinhalb Jahren schloss er die Lehre erfolgreich ab.

Direkt im Anschluss zog es ihn nach Österreich. Dort sammelte Münch während eines anderthalbjährigen Aufenthalts weitere Praxiserfahrung. Mit diesem Rüstzeug kehrte die zielstrebige Jungfachkraft in den elterlichen Betrieb zurück. Doch statt direkt ins Geschäft einzusteigen, drückte Münch erneut die Lehrbank - diesmal als Fleischerlehrling. In gewohnt flinker Manier raste der passionierte Biker regelrecht zum Fleischermeistertitel.

Zwei Jahre für die Ausbildung (den Stoff des dritten Lehrjahres eignete er sich parallel im Selbststudium an) sowie weitere elf Wochen für den Meistertitel an der Schule in Landshut - und fertig ist einer der jüngsten Fleischermeister Sachsens. Sämtliche Prüfungen legte er natürlich mit Bravour ab. »Mein Vater benötigte meine Unterstützung im Betrieb, also habe ich mich etwas beeilt«, sagt er schmunzelnd.

Max Münchs außergewöhnlicher Werdegang blieb in Verbandskreisen keineswegs unbeachtet. Und so überrascht es wenig, dass der leidenschaftliche Fleischer schließlich für die noch junge Fußballnationalmannschaft des DFV nominiert wurde - und somit doch noch das Nationaltrikot überstreifen darf.

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