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Besser als ihr Ruf

Die DEL profitiert noch vom Olympiasilber

  • Von Thomas Lipinski, Köln
  • Lesedauer: 3 Min.

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Neue Sponsoren, viele Zuschauer, mehr Nachwuchsspieler: Nach dem sensationellen Olympiasilber boomt auch die Deutsche Eishockey Liga (DEL). Die Schattenseiten der neuen Popularität bekommt sie beim Start in ihre 25. Saison aber ebenso zu spüren. Pyeongchang-Helden wie Dominik Kahun oder Yasin Ehliz haben sich in die NHL nach Amerika verabschiedet. »Es ist mit Sicherheit ein Verlust«, sagt Manager Christian Winkler vom deutschen Meister Red Bull München vor dem Saisonauftakt, »aber es ist auch eine Auszeichnung. Die Eishockeywelt ist aufmerksamer auf Deutschland geworden.«

Mittelstürmer Kahun, der mit München drei Titel in Folge gewann und als größter deutscher Hoffnungsträger neben NHL-Star Leon Draisaitl gilt, versucht sich bei den Chicago Blackhawks. Sein langjähriger Teamkollege Brooks Macek, bester DEL-Torjäger der vergangenen Jahre, hat bei den Vegas Golden Knights angeheuert. Der Nürnberger Ehliz kämpft um einen Platz bei den Calgary Flames. Und kurzfristig reiste auch noch der Berliner Marcel Noebels als vierter Silbermedaillengewinner nach Übersee - ins Trainingslager der Boston Bruins. Weil auch der Düsseldorfer Nationalspieler Maximilian Kammerer beim Stanley-Cup-Sieger Washington Capitals seine Chance nutzen will, könnte sich die Zahl der Deutschen in der NHL sogar verdoppeln. Bei ihren Ex-Klubs sind die »Auswanderer« kaum zu ersetzen, weder als Spieler auf dem Eis noch als Werbeträger außerhalb.

»Die Hoffnung ist, dass andere nachkommen und die neuen Gesichter der Liga werden«, sagt der Kölner Kapitän Moritz Müller, einer von 20 Olympiateilnehmern, die weiter in der DEL spielen. Das häufig kritisierte Niveau der Liga habe sich »drastisch verbessert, seit ich in die Liga gekommen bin«, meint der 31-Jährige, auch das habe Olympia gezeigt: »Die DEL ist in Europa besser als ihr Ruf.«

Der Erfolg von Pyeongchang verhalf ihr auch zu mehr Aufmerksamkeit hierzulande. Die Arenen waren voll, der Dauerkartenverkauf zog an, neue Geldgeber stiegen ein. »Olympiasilber öffnet die Türen«, sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Nicht nur die Liga präsentierte zwei neue Sponsoren, auch der Deutsche Eishockey-Bund profitierte wirtschaftlich. »Wir haben mehr Partner und Verträge vorzeitig verlängert«, berichtet DEB-Präsident Franz Reindl: »Pyeongchang hilft der Reputation. Man kommt jetzt an Firmen heran, die dich früher nicht angesprochen haben. Es ist eine klare Aufbruchstimmung erkennbar.«

Auch auf den Eisflächen: Zehn bis 15 Prozent mehr Zulauf meldeten die Klubs bei den Jüngsten. »30 bis 40 Kinder mehr« registrierte Winkler allein in München. Das Problem ist allerdings: Für die Eishockeyspieler von morgen gibt es zu wenig Platz. »Das Allerwichtigste ist, dass wir in Deutschland mehr Eisflächen bekommen.« Der DEB hat eine Initiative gestartet, um in Gesprächen mit den Städten Sanierung und Neubau von Eishallen zu forcieren. »Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen«, mahnt Winkler: »Wir müssen es als Startschuss nehmen.« Ab diesem Freitag ist Olympiasilber nach all den Ehrungen für die Spieler »nur noch eine wunderschöne Erinnerung, die uns niemand mehr nehmen kann«, sagt der Münchner Stürmer Frank Mauer: »Aber man will auch nicht für immer nur darauf reduziert werden.« SID/nd

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