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Freie Bahn für RWE

Hohe Feinstaubbelastung im Kohlervier

  • Von Knut Henkel
  • Lesedauer: 2 Min.

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Ein Mitarbeiter von RWE Power steht im Rheinischen Braunkohlerevier im Tagebau Garzweiler vor einem Schaufelradbagger, der Braunkohle abträgt.
Ein Mitarbeiter von RWE Power steht im Rheinischen Braunkohlerevier im Tagebau Garzweiler vor einem Schaufelradbagger, der Braunkohle abträgt.

Forum Terra Nova nennt sich das Multifunktionsgebäude am Rande des Tagebaus Hambach im Rheinland. Darunter erstreckt sich eine gigantische Grube, in der die größten Schaufelradbagger der Welt Tag für Tag bis zu 240 000 Tonnen Kohle fördern - pro Bagger, versteht sich. Darauf ist der Energiekonzern RWE genauso stolz wie auf die Tatsache, dass in den drei Tagebauen im Rheinischen Revier - Garzweiler, Hambach, Inden - pro Jahr bis zu 100 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert werden. Davon können sich die Besucher einer Aussichtspattform mit Eventlokal anhand der Tafel nahe des Grubenrandes überzeugen.

Die Kohle aus der mehrere hundert Meter tiefen Grube speist die weitläufigen Kraftwerksanlagen des zweitgrößten deutschen Energieversorgers in der Umgebung. Goldenberg, Frimmersdorf, Niederaußem und Neurath heißen die vier Braunkohlekraftwerke der Region, von denen drei in der Nähe des Hambacher Forsts stehen. Aus den Kühltürmen quillt unablässig weißer Wasserdampf. Nicht sichtbar ist hingegen das Kohlendioxid, das unablässig ausgestoßen wird. Allein das Kraftwerk Neurath mit einer Kapazität von 4400 Megawatt stößt jährlich 31,3 Millionen Tonnen CO2 aus und ist damit Deutschlands Klimakiller Nummer eins. Überhaupt steigen nirgendwo in Europa so viel Treibhausgase auf wie aus den Kraftwerken im Rheinischen Revier. Alle werden von RWE betrieben und die Braunkohle, die dort verstromt wird, gilt als weltweit dreckigster Energieträger.

Trotzdem hat RWE in der Region traditionell freie Bahn. Und das, obwohl sowohl der Tagebau als auch die Kohleverstromung für eine erhöhte Feinstaubbelastung in der Region sorgt. Der Anteil des vom Tagebau herrührenden Feinstaubs beläuft sich laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein Westfalen auf rund 25 Prozent. Erst seit 2003 werden die Feinstaubemissionen rund um die 85 Quadratkilometer große Grube gemessen. Und mit Maßnahmen wie dem Einsatz von Sprinkleranlagen wird versucht gegenzusteuern. Doch das ist nur ein Teil der Feinstaubproblematik, denn auch das Kraftwerk Niederaußen, wo das Gros der Kohle aus der Hambacher Grube verstromt wird, ist ein Emittent. Neben etwa 27 Millionen Tonnen Treibhausgasen werden auch 400 Tonnen der krank machenden Feinstäube sowie zahlreiche Schwermetalle wie zum Beispiel rund 530 Kilogramm des Nervengiftes Quecksilber sowie Cadmium, Blei und Arsen ausgestoßen. Jahrelang wurde die Feinstaubproblematik vom Tagebaubetreiber und den Behörden verharmlost und teilweise geleugnet. Erst Recherchen des Umweltverbands BUND im Jahr 2003 und Klagen sorgten dafür, dass ein Luftreinhalteplan erstellt wurde.

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