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Fette Rendite auf Kosten der Mieter

LINKE-Fraktionen in Bund und Ländern veröffentlichen Studie zum Immobilienriesen Vonovia

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 2 Min.

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Fette Rendite auf Kosten der Mieter und der Substanz - so könnte man das Geschäftsmodell von Deutschlands größtem Immobilienkonzern gut zusammenfassen. Dies legt zumindest ein Gutachten über Vonovia nahe, das der Ökonom Heinz-J. Bontrup im Auftrag der LINKE-Fraktionen von Bundestag, Berliner Abgeordnetenhaus und Hessischem Landtag erstellt hat.

Etwa 350.000 Wohnungen besitzt Vonovia in Deutschland mittlerweile. Die meisten befinden sich im südlichen Ruhrgebiet, in Berlin und Dresden. Für das Gutachten analysierte der Volkswirt von der Westfälischen Hochschule die letzten fünf Jahresberichte des DAX-30-Konzerns. Sein Befund: Vonovia ist weniger ein Wohnungsunternehmen als vielmehr ein »Finanzinvestor mit angeschlossener Immobilienwirtschaft« - so auch der Titel von Bontrups Studie.

Dabei existiert ein Großteil des in den vergangenen fünf Jahren erzielten Gewinns nur auf dem Papier. Neun von elf Milliarden Euro sind sogenannte Buchgewinne. Diese kommen zustande, weil die internationalen Rechnungslegungsvorschriften es Vonovia gestatten, den Immobilienbestand in der Konzernbilanz zu den derzeit in die Höhe schießenden Marktpreisen auszuweisen statt zu den niedrigeren Anschaffungspreisen. Mit tatsächlich verdientem Geld haben diese Buchgewinne wenig zu tun. Zieht man sie ab, so machte Vonovia unterm Strich zwischen 2012 und 2017 statt elf nur zwei Milliarden Euro Gewinn. Nach Steuern, so berechnete Bontrup, lag er sogar nur bei knapp 1,4 Milliarden Euro und damit weit unter den 1,9 Milliarden, die der Konzern in der Zeit als Dividende an seine Aktionäre ausschüttete.

Dieses Geschäftsmodell ist der Studie zufolge nur so lange aufrechtzuhalten, so lange das Unternehmen weiter wächst, die Zinsen niedrig bleiben, die Immobilienpreise steigen und möglichst viel Geld aus dem Wohnungsbestand gemacht wird. Letzteres geschieht entweder, indem marode Wohnungen nicht instand gesetzt oder die Mieten in begehrten Lagen in die Höhe getrieben werden. In Berlin sei Vonovia als Vermieterin »immer wieder negativ aufgefallen«, berichtet die LINKE-Sprecherin für Stadtentwicklung im Berliner Abgeordnetenhaus, Katalin Gennburg. »Der Gesetzgeber muss hier endlich eingreifen und weitere Milliardenprofite mit der Miete unterbinden.«

»Vonovia treibt die Mietpreise in die Höhe und ist mitverantwortlich für den aktuellen Mietenwahnsinn«, sagt auch die stellvertretende Vorsitzende der LINKE-Bundestagsfraktion, Caren Lay. Die Rechte der Mieterinnen und Mieter dürften nicht länger den Profitinteressen der Konzerne geopfert werden. Lay fordert deswegen unter anderem die Abschaffung der Modernisierungsumlage, mit denen Kosten für die Modernisierung zeitlich unbegrenzt auf die Miete aufgeschlagen werden können.

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