Werbung

Bildungs-Hilfen kommen bei Kindern nicht an

Nicht einmal 15 Prozent der Schüler*innen profitierten von den sogenannten Teilhabeleistungen / Diakonie fordert mehr Einsatz für Bildungsgerechtigkeit

  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Die staatlichen Hilfen für Schulsachen und Freizeit kommen nach Angaben von Verbänden nicht bei den bedürftigen Kindern an. Nicht einmal 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler zwischen sechs und 15 Jahren profitierten von den sogenannten Teilhabeleistungen, die ihnen zustehen, kritisierten der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Deutsche Kinderschutzbund am Dienstag in Berlin. Die Diakonie rief die Parteien dazu auf, für die Bildungsgerechtigkeit mehr zu tun.

Das Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder und Jugendliche war 2011 eingeführt worden und sieht zehn Euro im Monat beispielsweise für Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen oder Musikunterricht vor sowie regelmäßige Unterstützungen pro Schuljahr für Bücher, Mittagessen oder Klassenausflüge. Anspruch haben Kinder, die Hartz-IV-Leistungen beziehen oder deren Eltern Wohngeld oder den Kinderzuschlag beantragen müssen.

Die Leistungen hätten schon bei ihrer Einführung nicht ausgereicht und seien seitdem nicht erhöht worden, kritisierte der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers. Eine Schulausstattung koste mehr als doppelt so viel wie vom Bildungs- und Teilhabepaket vorgesehen. Die Verbände forderten einen Rechtsanspruch für bedürftige Jungen und Mädchen auf Angebote der Kinder- und Jugendarbeit. Chancen auf Teilhabe dürften nicht von der Herkunft abhängen.

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, kritisierte, dass die Bildungschancen von Kindern nach wie vor stark vom Portemonnaie der Eltern abhängen: »Gut lernen kann man nur, wenn der Magen nicht knurrt und es nicht an Stiften und Heften mangelt.« Die Erfahrungen der Diakonie zeigten aber, dass viele Kinder aus armen Familien etwa beim Mittagessen in der Schule zuschauen müssen, weil ihre Eltern den Eigenanteil dafür nicht aufbringen könnten.

»Die Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepakets reichen bei weitem nicht aus, um alle erforderlichen Schulmaterialien zu erwerben und Kinder aus benachteiligten Familien zu unterstützen«, sagte Loheide. Alle Kinder hätten ein Recht auf gleiche Bildungschancen und einen guten Start ins Schuljahr. Die Diakonie könne nicht nachvollziehen, warum die Maßnahmen für bessere Bildungschancen, die im Koalitionsvertrag stehen, nicht längst umgesetzt würden. epd/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen