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Trump verhängt neue Zölle gegen China

Chinesische Unternehmer erwarten lange und destruktive Auseinandersetzung

  • Von Finn Mayer-Kuckuk, Peking
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der Handelskrieg zwischen den USA und China geht in eine neue Runde. Das Muster ist inzwischen vertraut: US-Präsident Donald Trump kündigt neue Zölle an - China droht mit einem Konter. »Wir sind erneut gezwungen zurückzuschlagen«, teilte das Handelsministerium in Peking am Dienstag mit. »Wir hoffen, dass den USA die negativen Folgen ihrer Handlungen klar werden und sie doch noch zur Vernunft kommen.«

Trump hatte die neuen Zölle im Ausmaß von 200 Milliarden US-Dollar am Montagabend in Washington bekannt gegeben. Eine lange Liste von Produkten aus China wird damit um zehn Prozent teurer. Die Zölle werden Ende September wirksam. 2019 sollen sie in einer zweiten Stufe noch einmal kräftig steigen, wenn »China seine Praktiken nicht ändert«, wie Trump twitterte.

China wiederum plant Zölle auf Waren im Wert von 60 Milliarden US-Dollar. Ansonsten blieben die Regierungsvertreter am Dienstag auffällig unkonkret. »Die genaue Ausgestaltung geben wir zu gegebener Zeit bekannt«, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Das Zögern hat einen Grund: Da der Handel so ungleich verläuft, gibt es keine Produkte mehr, die sich noch höher besteuern lassen. »Wie du mir, so ich dir« ist damit ausgereizt.

China importiert Waren im Wert von 130 Milliarden US-Dollar im Jahr aus den USA. Trump hat jedoch umgekehrt bereits Produkte für 250 Milliarden belastet und droht für die nächste Runde sogar weitere 267 Milliarden an. China könnte sich jedoch beispielsweise auf Ebene der Finanzmärkte rächen und Washington den Geldhahn zudrehen: Die staatliche Devisenaufsicht des Landes ist einer der größten Geldgeber der Amerikaner.

Ein Detail der Liste aus Washington erregte Aufmerksamkeit: Computeruhren, sogenannte Smart Watches, waren ausdrücklich ausgenommen. In der vergangenen Woche hatte sich der Elektrogigant Apple darüber beklagt, dass sein neues Flaggschiffprodukt schon kurz nach Markteinführung durch die Zölle verteuert werde. Das Unternehmen lässt seine Smart Watch in China herstellen. Doch nicht nur Apple, auch andere US-Wirtschaftsvertreter kritisierten die Zölle mit deutlichen Worten. Die US-Handelskammer in Peking warnte, zwei Drittel der eigenen Firmen würden bereits unter dem Handelskrieg leiden. Sie stünden in dem Konflikt auf der Seite Chinas.

Chinesische Unternehmer zeigen sich ebenfalls immer pessimistischer. Der Handelskrieg könne noch 20 Jahre dauern, befürchtet die Technik-Legende Jack Ma, Gründer des Internetkonzerns Alibaba. Der Konflikt sei Symptom für Stimmungen und Trends, die »auch nach Donald Trumps Ausscheiden aus dem Amt noch da sein werden«. Chinas Manager erwarten im Verlauf des Handelskriegs eine immer weiter sinkende Gesamtnachfrage, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Kommentar Seite 4

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