Werbung

Wenn die SPD »Ausländer raus« plakatiert

Sozialdemokraten irritieren mit Aktion in der Rostocker Innenstadt im Vorfeld eines AfD-Aufmarsches

  • Von Ulrike Kumpe
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Plakat der SPD-Aktion am Steintor in Rostock:
Plakat der SPD-Aktion am Steintor in Rostock: "Stell dir vor du musst flüchten und du siehst überall: Ausländer raus!"

Seit einigen Tagen hängen in der Rostocker Innenstadt Plakate mit der Aufschrift »Ausländer raus« in roten Buchstaben. Erst auf den zweiten Blick erschließt sich, dass es sich nicht um eine erneute rassistische Provokation von AfD oder NPD handelt, sondern es um eine Aktion der lokalen SPD geht. Vollständig lautet der Text: »Stell dir vor, du musst fliehen und siehst überall: Ausländer raus!« Das Problem: Lediglich der Teil »Ausländer raus!« ist auf größere Entfernung zu sehen, was für reichlich Irritationen und Unmut sorgt. Der Grünen-Politiker Johann-Georg Jaeger kommentiert die Aktion auf Facebook kritisch: »Plakate nimmt man im Vorübergehen wahr. Liebe SPD, habt ihr keine Befürchtungen, dass das Kleingedrucke übersehen wird?«

Dabei ist das Motiv schon in die Jahre gekommen. Entworfen hat es der bekannte politische Plakatkünstler Klaus Staeck bereits 1986. Jetzt verunsichert es Rostocker*innen. »Das Plakat mit der Textzeile ‚Stell dir vor, du musst fliehen und siehst überall: Ausländer raus!‘ solle bewusst provozieren und zum Nachdenken animieren«, erklärt der SPD-Kreisvorsitzende und Projektleiter von »Endstation Rechts«, Julian Barlen, gegenüber »Rostock heute«. »Wir wollen die Menschen aufrütteln und auf die größten Bedrohungen für unsere Demokratie, den Rechtsradikalismus und Menschenhass, aufmerksam machen.«

Anlass für die umstrittene Aktion ist der für nächsten Samstag geplante Aufmarsch der AfD in der Hansestadt. Der Ortsverband der Rechtsaußenpartei ruft wieder unter dem Motto »Unser Land, unsere Kinder« zu einer Kundgebung auf. Als Hauptredner ist Björn Höcke angekündigt. Der Thüringer AfD-Fraktionschef war wiederholt durch geschichtsrevisionistische und rechtsextremistische Äußerungen aufgefallen.

Allerdings gibt es in Rostock zahlreiche Initiativen, die für Samstagnachmittag zu Blockaden, Demonstrationen, Kundgebungen und einer Andacht aufrufen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen