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Leistungskurs Matte

Rechtzeitig zur Judo-WM hat Titelverteidiger Alexander Wieczerzak wieder beinahe seine Bestform erreicht

  • Von Christoph Leuchtenberg, Baku
  • Lesedauer: 3 Min.

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Alexander Wieczerzak (u.) besiegte auf seinem Weg zum WM-Titel 2017 auch Chinas Erihemubatu.
Alexander Wieczerzak (u.) besiegte auf seinem Weg zum WM-Titel 2017 auch Chinas Erihemubatu.

Für sein großes Ziel ist Alexander Wieczerzak an die Grenzen gegangen. »Ich will meinen Titel verteidigen, dafür schinde ich meinen Körper von morgens bis abends«, sagt Deutschlands einziger Judoweltmeister der vergangenen anderthalb Dekaden. 13 Monate nach seinem Goldcoup von Budapest strebt der Frankfurter bei den am Donnerstag in Baku beginnenden Titelkämpfen nach WM-Wunder Nummer zwei.

2017 hatte sich Wieczerzak in Ungarn in einen Rausch gekämpft und war sensationell zum Titel marschiert - 15 Jahre nach der zuvor letzten deutschen Goldmedaille durch Florian Wanner. »Es war das perfekte Jahr, nachdem 2016 gar nichts geklappt hatte«, so der 27 Jahre alte Halbmittelgewichtler, der nach seinem Überraschungserfolg ungeahnte Popularität erfuhr. »Ich werde komplett anders wahrgenommen, genieße deutlich mehr Aufmerksamkeit«, sagte Wieczerzak der »Frankfurter Rundschau«: »Nach der WM kamen so viele Termine, so schnell ging in meinem Leben noch kein Jahr vorbei. Ich hatte fast keine Freizeit mehr.« Damit zwei Jahre vor Olympia der Sport darunter nicht leidet, ließ Wieczerzak sein BWL-Fernstudium schleifen, zog nach Köln und schuftete am Kölner Stützpunkt wie ein Besessener - Leistungskurs Matte also statt Wirtschaftstheorie.

»Mein Leben besteht eigentlich nur aus Training und Wettkämpfen«, erzählt er. Rechtzeitig zur WM ist Wieczerzak so aber wieder fast zur Hochform gelangt, nachdem ihm lange eine Schambeinentzündung zu schaffen gemacht hatte. »Ich habe ein gutes Gefühl, bin aber nicht ganz bei 100 Prozent«, sagt er. Die will Wieczerzak aber wieder erreichen und möglichst auch bei den Olympischen Spielen zeigen. »Das Ziel ist auf jeden Fall Tokio 2020 und dass ich endlich mal ein Jahr komplett durchtrainieren kann«, gibt sich Wieczerzak optimistisch. Dies hoffen sie auch im Deutschen Judo-Bund (DJB), denn - in Baku wie in Tokio - ist Wieczerzak, dessen Titel im Vorjahr die einzige deutsche WM-Medaille war, die große Goldhoffnung.

»Alexander kann auch diesmal wieder ganz vorne landen - aber es kann auch früh zu Ende sein. Das ist die Tücke bei diesen riesigen Starterfeldern in den mittleren Gewichtsklassen«, sagt DJB-Präsident Peter Frese: »Du musst acht Kämpfe gewinnen und darfst keinen verlieren, um Weltmeister zu werden. Deshalb ist eine erfolgreiche Titelverteidigung auch so selten. Wenn Alexander das packt, wäre es ein Riesending.«

In der deutschen Domäne Halbmittelgewicht, in der Frank Wieneke (1984) und Ole Bischof (2008) Olympiasieger wurden, hat in den vergangenen 30 Jahren lediglich der Südkoreaner Kim Jae-Bum (2010 und 2011) zweimal in Folge den WM-Titel geholt - die Hürde für Wieczerzak ist hoch. Der Weltmeister, der am Sonntag auf die Matte steigt, ist in Aserbaidschan aber der nicht einzige Podiumsanwärter. Dazu zählen auch der frühere Vizeweltmeister Karl-Richard Frey, Ex-Europameisterin Martyna Trajdos und die EM-Zweite Theresa Stoll. »Mit ein, zwei Medaillen wäre ich absolut zufrieden«, sagt DJB-Präsident Frese. SID/nd

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