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  • Berlin
  • »My Body! My Choice!«

Christliche »Fundis« wegsingen

Queer-feministische »Pro Choice«-Demo ist Auftakt der Proteste gegen den »Marsch für das Leben«

  • Von Maria Jordan
  • Lesedauer: 2 Min.

Dieses Jahr könnte der Aufmarsch christlicher Fundamentalist*innen in der Hauptstadt für noch etwas mehr Aufregung sorgen als sonst. Denn seit der Verurteilung der Gynäkologin Kristina Hänel, die auf ihrer Website über Schwangerschaftabbrüche informierte, betreiben Abtreibungsgegner*innen ihre Propaganda noch stärker als zuvor.

Aber auch die feministische Pro-Choice-Bewegung hat durch die Debatte noch einmal Fahrt aufgenommen. Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung hat den kommenden Samstag sogar zum Aktionstag erklärt. Dass linke und feministische Gruppen gegen den sogenannten Marsch für das Leben protestieren, ist seit Jahren Berliner Tradition. Mit Gegenveranstaltungen unter dem Motto »Tausend Kreuze in die Spree« kämpfen Aktivist*innen seit Jahren gegen das reaktionäre Weltbild der »Fundis«.

In diesem Jahr will das What-the-fuck-Bündnis Berlin die Kundgebung der Abtreibungsgegner*innen unter anderem mit Gesang stören. Vier Berliner Chöre seien dem Aufruf des Bündnisses gefolgt und wollen mit queer-feministischen Liedern für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung kämpfen, heißt es vom Bündnis. »Wir freuen uns sehr, dass wir die Chöre als Mitstreiter*innen gefunden haben«, sagt Sarah Bach, Pressesprecherin des What-the-fuck-Bündnisses. »Wir laden alle ein, die Stimme für das Recht auf Abtreibung zu erheben und mit uns singend ein Zeichen gegen christlichen Fundamentalismus zu setzen.«

Am Vorabend soll außerdem eine queer-feministische Demo unter dem Motto »My Body, My Choice« stattfinden. Zusammen mit dem Bündnis »Reclaim Club Culture« will man mit »lauter Musik gegen antifeministische Treffpunkte und Zusammenschlüsse« ankämpfen. »Sich für das Leben einzusetzen heißt für uns nicht, Seite an Seite mit der AfD für christlich-fundamentalistische Hirngespinste zu kämpfen«, heißt es in dem Aufruf zur Demo. Die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch unterstützte den Marsch immer wieder.

Auch beim What-the-fuck-Bündnis will man bei der Gegendemo ein »Zeichen gegen den Antifeminismus der neuen Rechten« setzten, wie Pressesprecherin Sarah Bach sagt. Die Veranstalter gehen allein am Freitag von 2500 Teilnehmer*innen aus.

Alle am Aktionswochenende beteiligten Akteuer*innen setzen sich für die Abschaffung der Paragrafen Paragrafen 218 und 219a ein, unter denen Schwangerschaftsabbrüche nur unter bestimmten Bedingungen straffrei sind beziehungsweise Ärzt*innen - wie im Fall von Kristina Hänel - verbietet, öffentlich für Schwangerschaftsabbrüche zu werben.

21. September, 19 Uhr: »My Body! My Choice!«-Demo, S+U Friedrichstraße

22. September: Aktionstag für Sexuelle Selbstbestimmung, Auftaktkundgebung 12 Uhr, Unter den Linden/Wilhelmstraße

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