Werbung
  • Berlin
  • »My Body! My Choice!«

Christliche »Fundis« wegsingen

Queer-feministische »Pro Choice«-Demo ist Auftakt der Proteste gegen den »Marsch für das Leben«

  • Von Maria Jordan
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Dieses Jahr könnte der Aufmarsch christlicher Fundamentalist*innen in der Hauptstadt für noch etwas mehr Aufregung sorgen als sonst. Denn seit der Verurteilung der Gynäkologin Kristina Hänel, die auf ihrer Website über Schwangerschaftabbrüche informierte, betreiben Abtreibungsgegner*innen ihre Propaganda noch stärker als zuvor.

Aber auch die feministische Pro-Choice-Bewegung hat durch die Debatte noch einmal Fahrt aufgenommen. Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung hat den kommenden Samstag sogar zum Aktionstag erklärt. Dass linke und feministische Gruppen gegen den sogenannten Marsch für das Leben protestieren, ist seit Jahren Berliner Tradition. Mit Gegenveranstaltungen unter dem Motto »Tausend Kreuze in die Spree« kämpfen Aktivist*innen seit Jahren gegen das reaktionäre Weltbild der »Fundis«.

In diesem Jahr will das What-the-fuck-Bündnis Berlin die Kundgebung der Abtreibungsgegner*innen unter anderem mit Gesang stören. Vier Berliner Chöre seien dem Aufruf des Bündnisses gefolgt und wollen mit queer-feministischen Liedern für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung kämpfen, heißt es vom Bündnis. »Wir freuen uns sehr, dass wir die Chöre als Mitstreiter*innen gefunden haben«, sagt Sarah Bach, Pressesprecherin des What-the-fuck-Bündnisses. »Wir laden alle ein, die Stimme für das Recht auf Abtreibung zu erheben und mit uns singend ein Zeichen gegen christlichen Fundamentalismus zu setzen.«

Am Vorabend soll außerdem eine queer-feministische Demo unter dem Motto »My Body, My Choice« stattfinden. Zusammen mit dem Bündnis »Reclaim Club Culture« will man mit »lauter Musik gegen antifeministische Treffpunkte und Zusammenschlüsse« ankämpfen. »Sich für das Leben einzusetzen heißt für uns nicht, Seite an Seite mit der AfD für christlich-fundamentalistische Hirngespinste zu kämpfen«, heißt es in dem Aufruf zur Demo. Die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch unterstützte den Marsch immer wieder.

Auch beim What-the-fuck-Bündnis will man bei der Gegendemo ein »Zeichen gegen den Antifeminismus der neuen Rechten« setzten, wie Pressesprecherin Sarah Bach sagt. Die Veranstalter gehen allein am Freitag von 2500 Teilnehmer*innen aus.

Alle am Aktionswochenende beteiligten Akteuer*innen setzen sich für die Abschaffung der Paragrafen Paragrafen 218 und 219a ein, unter denen Schwangerschaftsabbrüche nur unter bestimmten Bedingungen straffrei sind beziehungsweise Ärzt*innen - wie im Fall von Kristina Hänel - verbietet, öffentlich für Schwangerschaftsabbrüche zu werben.

21. September, 19 Uhr: »My Body! My Choice!«-Demo, S+U Friedrichstraße

22. September: Aktionstag für Sexuelle Selbstbestimmung, Auftaktkundgebung 12 Uhr, Unter den Linden/Wilhelmstraße

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen