Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Zwischen Wut- und Würgesmileys

Velten Schäfer über das ewige Kreuz mit den sogenannten Sozialen Medien

  • Von Velten Schäfer
  • Lesedauer: 2 Min.

Jens Spahn zählt nicht zu den Sympathieträgern der Politik. Und das ganz zu recht - man denke an den üblen Satz um »Hartz IV« und »Armut« aus dem Frühjahr. Doch verdient auch jemand Gerechtigkeit, der diese anderen schon mal verweigert: Der aktuell durch das Netz blasende Proteststurm über sein Interview zum Pflegenotstand ist blühender Unfug. Zwischen Wut- und Würgesmileys wird die Aussage zitiert, die schon jetzt am Rande des Kollaps stehenden Pflegekräfte sollten halt ein paar Stunden drauflegen. Das hat der CDU-Minister zwar gesagt, doch weiß er eben auch, dass dafür »faire Schichtpläne, verlässliche Arbeitszeiten« und »auch mal drei, vier freie Tage am Stück« Voraussetzung wären.

Ähnlich ging es diese Woche Katja Kipping. Freund und Feind zeigten der Linksparteichefin den digitalen Vogel, weil sie auf ihren Netzkanälen die SPD für ihre Haltung in der Maaßen-Sache lobte. Dabei war deren schale Pointe noch unklar, als Kipping ihren Meinungsschnipsel losließ.

Was uns das lehrt, ist altbekannt: Soziale Medien machen nicht nur übertrieben erregt, sondern auch ein bisschen blöde. Es gilt hier vollumfänglich das kulturpessimistische Bonmot über das Medium, das zugleich die Botschaft ist. Abstellen lässt sich das leider kaum. Noch während Sie das lesen, läuft sich »das Netz« schon für den nächsten »Knaller« warm.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln