Werbung

Auch in der Antarktis gibt es eine Feuerwehr

US-Amerikanerin arbeitete zwei Jahre dort in einer Forschungs- und Logistikstation

  • Von Barbara Barkhausen, Sydney
  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Antarktis ist der kälteste, trockenste und windigste Ort der Erde. Braucht es hier wirklich eine Feuerwehr? Diese Frage könnte man sich stellen und Megan Branson hat sie schon allzu oft gehört. Die junge Amerikanerin, die nach ihrem Schulabschluss zunächst eine Ausbildung als Rettungsassistentin und Feuerwehrfrau machte, hat 24 Monate in der US-Forschungs- und Logistikstation McMurdo verbracht. 85 Häuser drängen sind hier auf Ross Island an der antarktischen Küste zusammen. Im Sommer leben rund 1100 Menschen auf der Station, im Winter, wenn sechs Monate Dunkelheit herrschen, bleiben etwa 150.

»McMurdo ist wie eine kleine Stadt«, sagte Branson, die inzwischen wieder in den USA lebt und arbeitet. Rund 50 Leute seien bei der Feuerwehr tätig. »Rund zwei Dutzend pro Schicht«, sagte die 32-Jährige. Gearbeitet wird 24 Stunden am Stück, dann sind 24 Stunden frei und jede zweite Woche gibt es noch einen zusätzlichen Tag.

Zwei Feuerwehrautos sind im Einsatz, auch ein Rettungswagen steht dem Team zur Verfügung. Das Löschwasser muss ständig durchgepumpt werden, ansonsten könnte es bei den harschen Minustemperaturen in der Antarktis einfrieren. Auch trockene Feuerlöschmittel hat das Team für den Notfall zur Hand. Überwacht werden müssen der Flughafen wie auch sämtliche Gebäude der Stadt. »Viel Zeit verbrachten wir mit dem Kontrollieren von Fahrzeugen, Häusern und Rauchmeldern«, sagte Branson.

Ab und zu hätten sie medizinische Notfälle gehabt, doch die seien selten. »Die meisten Leute, die in die Antarktis kommen, sind ziemlich gesund.« Ein wenig übernimmt die Feuerwehr in der Antarktis auch die Rolle der Polizei. »Wenn es Ärger in der Bar gibt oder jemand zu laut ist, dann kommen wir und sorgen für Ruhe.«

Einen größeren Notfall gab es allerdings doch, während Megan Branson in der Antarktis war. »Ein Wagen fing Feuer und der hatte auch noch Treibstoff geladen.« Die Fahrer hätten sich retten können, doch das Feuer breitete sich rasant aus. »Das Fahrzeug war auf dem Meereis und somit konnten wir nur ein bestimmtes Feuerwehrauto mit rausnehmen«, erinnerte sich Branson. Letzteres konnte nur etwa 15 Kilometer pro Stunde zurücklegen. Als sie endlich löschen konnten, sei bereits das gesamte Auto in Flammen gehüllt gewesen und die Feuerwehrleute hatten Angst, das Eis könnte schmelzen und der Wagen durchbrechen. Branson und ihre Kollegen konnten dies gerade noch verhindern.

Nicht immer sei die Arbeit in der Antarktis leicht gewesen. Die junge Amerikanerin vermisste Familie und Freunde, aber auch Dinge, die für viele ganz alltäglich sind wie frisches Gemüse, Obst oder ein Omelette mit frischen Eiern. »Ab und zu habe ich sogar geträumt, ich könnte frische Orangen und Zitronen riechen.« Auch die Temperaturen machten ihr zu schaffen. Denn trotz der extremen Kälte von bis zu minus 17 Grad konnten die Feuerwehrleute nur ihre Sicherheitskleidung tragen. Zusätzliche Schichten anzuziehen, könnte bei ihrer Arbeit gefährlich sein, nachdem Materialien wie Polyester auf der Haut schmelzen können. »Mir war einfach immer kalt«, sagte Branson. Außerdem würde einem der Wind permanent ins Gesicht peitschen und durch das trockene Klima werden vor allem die Handknöchel spröde und rissig. »Es heilt einfach nichts, dein ganzer Körper und Metabolismus werden langsamer.«

Trotzdem ist Branson dem Kollegen, der sie nach der Ausbildung überredet hatte, sich für den Job in der Antarktis zu bewerben, dankbar. »Ich bin abenteuerlustiger geworden und aus meinen Jugendjahren rausgewachsen und habe gelernt, besser zu kommunizieren.« Außerdem habe sie enge Freundschaften geschlossen, die bis heute halten. »Erst letzten Sonntag habe ich wieder eine Gruppe getroffen - es sind alles klasse Leute.«

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen