Werbung

Selbstsicheres Tasten

Jessy Rameik

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Sie deckte gern die kleinsten Regungen auf, jene scheinbar unsichtbaren Tugenden und Tücken eines Charakters. Sie spielte wie selbstverständlich mit ihrer Attraktivität, um so eine Natürlichkeit, eine Grazie aufzubauen, hinter der es dann irrlichtern durfte. Jessy Rameik war - vor allem in den siebziger, achtziger Jahren - eine Schauspielerin von ruhiger Beiläufigkeit, die ihr Spiel mühelos wirken ließ. Geheimnisvoll, aber nicht gar zu viel; offen, aber nicht gar zu unvorsichtig. »KLK an PTX - Die rote Kapelle«, »Die Legende von Paul und Paula«, »Anton der Zauberer« sind DEFA-Filme, denen sie eine Farbe gab, die stets mehr war als nur ein Schimmern im Schattenwurf der jeweils verkörperten Heldenschaften. Erinnert sei auch an die Komödie »Florentiner 73« und jene Fotografin, die sie in elf Folgen der TV-Reihe »Das unsichtbare Visier« gab, an der Seite des von Armin Mueller-Stahl gespielten Kundschafters Achim Detjen.

In Frank Vogels Film »Das siebente Jahr« war dieser Laufbahn ein früher Höhepunkt gesetzt: Jessy Rameik und Wolfgang Kieling als Ehepaar im peinigenden Konflikt jeder Liebe: Nähe ist stets auch ein Schritt in neue Fremdheit; hinterm aschestaubigen Wort von der Emanzipation steckt oft mehr Selbstaufgabe, als das Klischee es erlauben will. Alles Lebenstriumphale ist schön - aber oft nur auf Kredit genommen. Dies spielte Jessy Rameik nicht etwa als sentimentale Anmutung, sondern als tastende Form.

Die 1934 in Riga Geborene spielte an Theatern zwischen Görlitz und Magdeburg. Vor der Kamera aber fand sie ihr wahres Spielfeld - und hinter dem Mikrofon: Sie sang Chansons, nervgenau vibrierend oder schwungbewusst. Wo sie dann, in später Zeit, bundesdeutsche Fernsehserien betrat, blieb doch eine Ahnung dessen, was sie einst vor die Scheinwerfer gedrängt hatte: im Spiel - fürs Leben - ein Würdewunder an Unsentimentalität zu sein. Bereits Ende August ist Jessy Rameik - ungebührlich weithin unbeachtet - im Alter von 84 Jahren verstorben hds

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen