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Frühes Selfie

Politische Fotografie, das ist auch so eine abgesunkene Kulturform aus den 70er Jahren, in denen emanzipationspolitisch mehr los war als heute. Am Samstag eröffnet im Bröhan-Museum in Charlottenburg die Ausstellung »Dieter Hacker - politisch fotografieren (1974 - 1981)«. Sie ist bis zum 27. Januar zu sehen.

Hacker ist heute als Maler bekannt, beschäftigte sich in den 70er Jahren jedoch intensiv mit Amateurfotografie als künstlerisch-politischem Medium. Mit Andreas Seltzer gab er die Zeitschrift »Volksfoto. Zeitung für Fotografie« heraus und organisierte für jedes Heft Ausstellungen, die mit gesammelten Privatfotos das Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit thematisierten. Hackers künstlerische Arbeit beginnt übrigens 1974 mit einem Selfie. Er schrieb damals: »Offenbar ist das narzisstische Element beim Fotografieren wichtig. Also sich selber auf dem Foto zu sehen oder was einem gehört; die eigenen Ansprüche an das Foto durch das Foto bestätigt zu finden.« nd

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