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Proteste bei Räumung im letzten Baumhausdorf

Greenpeace-Aktivisten fordern eine politische Lösung für den Hambacher Forst / Aktivistin verletzt sich bei Absturz

  • Lesedauer: 3 Min.

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Kerpen. Von Protesten begleitet hat die Polizei im Donnerstag mit der Räumung des letzten bekannten Baumhaus-Dorfes im Hambacher Forst begonnen. »Weil es das letzte wirkliche Dorf ist, haben sich viele Menschen hier versammelt«, erklärte eine Polizeisprecherin. Mehr als 100 Menschen bildeten eine Menschenkette und leisten der Polizei passiven Widerstand, wie ein dpa-Reporter berichtete. Teile der eingesetzten Polizei-Kräfte seien dabei brutal vorgegangen. So wurde eine Frau mit einem Kabelbinder an einen Baum gefesselt. Eine Aktivistin wurde verletzt, als sie von einer Leiter stürzte. Die Frau stürzte aus etwa sechs Metern Höhe ab. Notärzte kümmerten sich direkt um sie.

Für die Polizei ist nach eigenen Angaben noch nicht absehbar, wann die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst abgeschlossen wird. Am späten Mittwochabend waren nach Polizeiangaben aber schon 64 Baumhäuser der Rodungsgegner abgebaut.

Umweltschützer protestieren seit Jahren dagegen, dass RWE weite Teile des Waldes roden will, um die umweltschädliche Braunkohle zu baggern. Der Energiekonzern hält die Rodung für unerlässlich, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern.

Unterdessen hatten Greenpeace-Aktivisten am Donnerstagmorgen zeitweise Zelte in der Düsseldorfer Staatskanzlei aufgeschlagen. Sie forderten eine politische Lösung im Konflikt um die Räumung und geplante Rodung im Braunkohlegebiet Hambacher Forst. 30 bis 40 Aktivsten drangen nach Angaben eines Greenpeace-Sprechers durch die Vordertür in das Foyer ein und schlugen drei Zelte auf. Die Düsseldorfer Polizei sprach von einer illegalen Aktion. Nach Absprache mit der Staatskanzlei seien aber keine Personalien aufgenommen worden.

Die Aktivisten forderten ein persönliches Gespräch mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Greenpeace zufolge verließen sie das Foyer nach einem Gespräch mit Staatskanzleichef Nathanael Liminski aber wieder. »Nun erwarten wir eine Antwort des Ministerpräsidenten bis spätestens Anfang nächster Woche«, sagte der Greenpeace-Sprecher.

Zwei Aktivisten kletterten zudem auf das wenige Meter hohe Vordach der Staatskanzlei. Dort brachten sie ein Banner mit der Forderung »Herr Laschet: Reden statt roden« an. Die Polizei war nach Worten eines Sprechers »mit ausreichendem Aufgebot« vor Ort und sicherte die Eingänge des Gebäudes. Es sei friedlich geblieben.

In einer Pressemitteilung prangerten die Aktivisten das Verhalten Laschets in Bezug auf die Vorkommnisse im Hambacher Forst an. »Bislang tut Laschet nichts, um die schärfer werdende Auseinandersetzung politisch zu lösen«, heißt es in dem Schreiben.

Im Hambacher Forst selbst ist derweil eine Aktivistin von einer Leiter gestürzt und verletzt worden. Die Frau war am Donnerstag von einem Baumhaus auf die Leiter getreten, um Kranarbeiten im Zusammenhang mit den Räumungen in dem Wald zu beobachten, wie ein dpa-Reporter berichtete. Dabei stürzte sie aus etwa sechs Metern Höhe ab. Notärzte kümmerten sich direkt um die Frau.

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Die Feuerwehr Kerpen erklärte, eine Person sei im Baumhausdorf »Miketown« aus ungewisser Höhe gefallen und verletzt worden. Sie sei nach medizinischer Versorgung vor Ort in ein Krankenhaus gebracht worden. dpa/nd

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