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Freude bei den Borkenkäfern

Vermutlich zweistelliger Millionenschaden in den rheinland-pfälzischen Wäldern wegen der Dürre

  • Von Jens Albes, Mainz
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die extrem lange Trockenheit in diesem Jahr hat Schätzungen zufolge einen niedrigen zweistelligen Millionenschaden in den rheinland-pfälzischen Wäldern verursacht. Das teilte Forstministerin Ulrike Höfken (Grüne) in Mainz mit. »Diese Summe setzt sich aus den erhöhten Aufwendungen für die Beseitigung der Schäden und die Aufarbeitung des Holzes, Mindererlöse beim Holzverkauf sowie die Ausfälle bei den Anpflanzungen zusammen.« Hinzu kämen enorme Zuwachsverluste wegen der Dürre und zusätzliche Neupflanzungen wegen hoher Ausfälle bei jungen Bäumchen. Höfken ergänzte: »Derzeit ist es nicht möglich, die Schäden endgültig zu beziffern, weil die laufende Vegetationszeit noch nicht abgeschlossen ist.«

Am stärksten geschädigt seien die bei Dürre besonders für Borkenkäfer anfälligen Fichten. Die Insekten bohren für die Eiablage Gänge in Rinde und Holz. »Aber auch andere Baumarten haben gelitten - vor allem dort, wo es geringe Niederschläge gab und der Wald auf flachgründigen Böden wächst«, so die Ministerin. Viele Blätter verfärbten sich früher und fielen frühzeitiger ab. »Die Blätter oder Nadeln sind oftmals noch fahlgrün - ein Zeichen dafür, dass viele Inhaltsstoffe von den Blättern in den Baum, also den Stamm und die Wurzel, transportiert wurden. Es gehen somit Nährstoffe verloren und der Baum geht geschwächt in das nächste Jahr.«

Höfken befürchtet auch eine hohe Ausgangspopulation von Borkenkäfern - wegen des extremen Sommers konnten sie in diesem Jahr vielerorts drei Generationen ausbilden. »Falls das kommende Frühjahr wieder warm und trocken ist und der Borkenkäfer noch einmal so gute Bedingungen hat, sich zu vermehren, dann muss mit deutlich zunehmenden Schäden gerechnet werden. Das sehen wir mit großer Sorge und es zeigt einmal mehr, dass der Klimawandel hier in Rheinland-Pfalz eine Tatsache ist.«

Um so wichtiger sei ein klimastabiler Wald, sagte die Forstministerin - gerade im neben Hessen waldreichsten Bundesland Rheinland-Pfalz. Die 44 Forstämter des Landes setzen laut Höfken auf eine naturnahe Waldbewirtschaftung. Reine Nadelbaumbestockungen würden behutsam in naturnähere Mischwälder umgewandelt. Der gegenwärtige Anteil von Fichten - rund ein Fünftel - am rheinland-pfälzischen Wald sinke somit langfristig. Zugleich werde die Zahl der klimastabileren Laubbäume und auch Nadelbäume wie etwa Weißtannen steigen. Die Ministerin rief Förster und Waldbesitzer auf, »bereits heute die nächste Waldgeneration in den sich auflösenden Waldbeständen zu etablieren«. dpa/nd

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