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Es gibt Schlimmeres als ein paar bemalte Züge

Martin Kröger über die BVG-Diskussion zu Graffiti

  • Lesedauer: 2 Min.

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Kapitulation vor Vandalismus? Als wenn sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Krieg mit Sprayern befände. Die brachiale, ahistorische Wortwahl der Opposition zur Debatte, ob bemalte U-Bahn-Züge durch Berlin rollen sollen oder nicht, war erwartbar. Denn fast alles, was der Senat vorschlägt, wird anschließend von den Oppositionsbänken aus mit möglichst schrillen Tönen bedacht.

Dabei ist der Vorschlag von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) durchaus pragmatisch. Er folgt der Einsicht, dass die BVG dringend mehr Waggons braucht, um ihre Transportaufgaben erfüllen zu können. Zurzeit klappt das nicht - und die überfüllten Wagen und verkürzten Züge sind ein wirkliches Ärgernis. Bemalte und zugetaggte Züge erscheinen den meisten Menschen dagegen als ein weniger schlimmes Übel. Hauptsache, man kommt in der gewünschten Zeit zum Ziel.

Außerdem gilt der Vorschlag der Wirtschaftssenatorin ja nicht für immer. Vielmehr soll mit der Maßnahme lediglich die Zeit überbrückt werden, in der die BVG neue Wagen beschafft, um ihre Aufgaben in Zukunft vernünftig erfüllen zu können. Das wird zwar etwas dauern, aber bis 2021 werden schon mal 200 neue Wagen in Betrieb genommen, danach wird eine Großbestellung mit 1500 Wagen folgen. Es ist also Licht am Ende des Tunnels. Bis dahin sollen die bemalten Züge rollen - wen kümmert’s.

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