Werbung

Kurt Rosenfeld

Kalenderblatt

  • Von Ronald Friedmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Wenn Rosa Luxemburg von »Kurtchen« sprach, wusste jeder in ihrer Umgebung, wen sie meinte: Kurt Rosenfeld, ihren langjährigen politischen Freund und juristischen Beistand. Seit 1906 hatte er sie in zahlreichen Verfahren vertreten, so auch 1914 nach ihrer Friedensrede in Frankfurt am Main und bei ihrem Auftreten gegen die Soldatenmisshandlungen im kaiserlichen Heer.

In den Tagen der Novemberrevolution 1918 war Rosenfeld kurzzeitig preußischer Justizminister. Von 1920 bis 1932 Mitglied des Deutschen Reichstags, zunächst mit dem Mandat der USPD, dann der SPD, engagierte er sich nachdrücklich für eine umfassende Strafrechtsreform. Wiederholt geißelte er vor dem höchsten deutschen Parlament den zunehmenden Antisemitismus in der Gesellschaft. In den Jahren der Weimarer Republik war er Anwalt von Max Hoelz, Arkadi Maslow, Carl von Ossietzky und vielen anderen, zumeist unbekannten Opfern der politischen Justiz.

Als Linker innerhalb der SPD geriet Rosenfeld ab Ende der 1920er Jahre in einen unauflösbaren Konflikt mit der Parteiführung. Wenige Tage nach seinem Parteiausschluss gründete er im Oktober 1932 die kurzlebige Sozialistische Arbeiterpartei (SAP), die er zwischen KPD und SPD verortete und zum Sammelbecken aller linkssozialistischen Kräfte in Deutschland machen wollte. Doch das Projekt scheiterte. Rosenfeld empfahl seinen Anhängern den Eintritt in die KPD, blieb aber selbst parteilos.

Nach der Machtübergabe an Hitler musste er aus Deutschland fliehen. Über Paris, wo er eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung des Londoner Gegenprozesses zum Leipziger Reichstagsbrandprozess spielte, reiste er schließlich Mitte 1934 mit Willi Münzenberg durch die USA und Kanada, wo er über die Lage in Deutschland informierte und zur Solidarität mit dem Kampf gegen Hitler aufrief. Ende des Jahres siedelte er in die USA über. Dort konnte er seine anwaltliche Tätigkeit fortsetzen. Vor allem jedoch widmete er sich der Schaffung einer breiten deutschen Volksfront gegen Hitler. Auf seine Initiative hin wurde das »Deutsche Volksecho« gegründet und Stefan Heym als dessen »Macher« verpflichtet. Aus dem New Yorker Exil unterstützte Rosenfeld das Wirken des »Lutetia«-Kreises um Heinrich Mann in Paris und gehörte im November 1936 zu den Unterzeichnern des »Aufrufs an das deutsche Volk«. Gemeinsam mit Gerhart Eisler war er ab Mai 1942 Herausgeber der Exilzeitschrift »The German American«, und er war Mitbegründer und Präsident der German American Emergency Conference, die im Sommer 1942 durch den Zusammenschluss mehrerer kleinerer Exilorganisationen entstand.

Kurt Rosenfeld starb am 25. September 1943 in New York, erst 66 Jahre alt. Seine letzte Ruhestätte fand er 1951 auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde.

Ronald Friedmann

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen