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Digitale Technik verändert die Pflege

Rund um die Pflege

  • Von Sebastian Stoll
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der Pflegeroboter Pepper im Einsatz
Der Pflegeroboter Pepper im Einsatz

Birgit Bruns erinnert sich gut daran, wie die Sache mit den iPads bei ihr auf der Station ankam: Viele Kollegen waren aufgeschlossen, manche sogar euphorisch. Einige Ältere waren aber auch verunsichert, als sie erfuhren, dass sie die Dokumentation von Wundheilungen nun mit diesem, ihnen noch fremden Gerät machen sollten.

Dabei war klar: Alle auf der Krankenstation würden so schneller Zugriff auf die Daten der Patienten haben. »Aber da waren eben auch Mitarbeiter dabei, die in den Jahren zuvor schon Probleme hatten, sich an einen Arbeitsplatz mit einem PC zu setzen. Und die sollten nun mit einem Tablet durch die Station. Das hat sie erst mal überfordert«, sagt Birgit Bruns, Pflegeleiterin im Dortmunder Hüttenhospital.

Mit der Digitalisierung die Arbeit besser organisieren

In der Pflege hält die Digitalisierung derzeit rapide Einzug. Und manchmal klappt das gut und manchmal überhaupt nicht. So jedenfalls lautet das Ergebnis einer Untersuchung der gewerkschaftsnahen Böckler Stiftung. Für die Studie »Wie Technik die Pflege stärken kann« haben Forscher verschiedener Institute rund 600 Klinikbeschäftigte über den Technikeinsatz befragt. »Wir müssen wegkommen von der Pauschaldiskussion, ob Technik gut oder böse ist. Es geht darum, wie man Arbeit besser organisieren kann«, sagt Mitautorin Michaela Evans vom Institut für Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen.

Den Forschern zufolge hat die Digitalisierung in der Pflege bereits sehr viele Bereiche erfasst: Es gebe neben der elektronischen Dokumentation beispielsweise Telemonitoring und GPS-Überwachungssysteme für Menschen mit Demenz, viele neue Hebe- und Tragesysteme für Menschen mit Mobilitätseinschränkung, automatische Stunden- oder Tourenplanung und mehr.

Was für sich genommen das Potenzial habe, Abläufe simpler und effizienter zu gestalten, könne in der Praxis Pflegekräfte und Pflegebedürftige überfordern. »Wenn ein digitaler Pflegeassistent Arbeitsschritte vorgibt, kann das eine wertvolle Orientierung sein. Es kann aber auch Druck entstehen, weil der Mitarbeiter nicht hinterherkommt oder das Gefühl hat, er verliere Handlungsautonomie«, erklärt Birgit Bruns aus Erfahrung.

Vielfach fehlt eine digitale Gesamtstrategie

Die Autoren der Studie kritisieren, dass vielen Pflegebetrieben eine digitale Gesamtstrategie fehle. »Die Idee in vielen Einrichtungen ist: Wir möchten effizienter werden. Das wird aber nicht richtig angegangen, daher geschieht genau das Gegenteil«, sagt Michaela Evans. Leitlinie sei oft: »Was gibt es?« statt: »Was hilft uns?«

In der Pflegebranche herrsche nahezu eine Digitalisierungs-Euphorie: So will gegenwärtig jede dritte Einrichtung in diesem Jahr mindestens 20 000 Euro in die Digitalisierung investieren, zehn Prozent der Befragten sogar über 100 000 Euro, wie die Zahlen des »Investitionsbarometers Altenpflege«, die im März erhoben wurden, belegen.

Auch der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte bei seinem Amtsantritt an, in dieser Legislaturperiode die Digitalisierung zu einem Schwerpunkt seines Ministeriums zu machen.

Birgit Bruns vom Dortmunder Hüttenhospital sagt, worauf es aus ihrer Sicht ankommt, um auch die Skeptiker der neuen Technik zu überzeugen: »Wir haben das so gelöst, dass wir viel mit den Kollegen unterwegs waren und sie bei der Einführung sehr an die Hand genommen haben.« epd/nd

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