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Dauerhafte Notlösungen

Nicolas Šustr will vernünftige Plätze für Obdachlose

Vor 15 Jahren ließen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erstmals zwei U-Bahnhöfe im Winter die ganze Nacht offen, damit Obdachlose nicht draußen übernachten mussten. Seit Jahren wird das Grummeln der BVG über diese Notlösung lauter. Unternehmenschefin Sigrid Nikutta hatte unlängst angekündigt, diese Praxis nicht mehr fortführen zu wollen. Unter anderem wegen Sicherheitsbedenken.

Doch, wie es scheint, wird sie sich auch diesen Winter den Wünschen des Senats fügen müssen. Die Bahnhöfe würden nach wie vor benötigt, sagte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (LINKE).

Ein U-Bahnhof ist natürlich eine etwas bessere Übernachtungsmöglichkeit als die Straße. Die Erkenntnis, dass eine vernünftige Lösung her muss für Menschen, die Hunde haben oder übermäßig alkoholisiert sind und daher nicht in herkömmlichen Unterkünften Einlass finden, sollte es schon eine Weile geben.

Bleibt zu hoffen, dass Breitenbachs Verwaltung endlich adäquatere Unterbringungen für diese Zielgruppe findet. Damit wenigstens im übernächsten Winter niemand mehr auf Bahnhöfen schlafen muss, weil er woanders nichts findet. Berlin sollte sich von den ewigen Provisorien verabschieden.

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