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Ambulant und stationär an einem Ort

Im Köpenicker Onkozentrum können Krebskranke auf gebündelte Expertise hoffen

Der Treptow-Köpenicker Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) freut sich: »Mit einem gewissen Stolz können wir feststellen, dass das Zentrum bei uns errichtet wird und die onkologische Versorgung für Berlin und darüber hinaus verbessern wird.«

Initiatoren des Projekts sind Wolfgang Mohnike, Gründer und Ärztlicher Leiter des Diagnostisch-Therapeutischen Zentrums Berlin (DTZ) und Matthias Pross, Ärztlicher Leiter und Chefarzt der Klinik für Chirurgie, welche zu den DRK-Kliniken Berlin-Köpenick gehört. Beide betonen die Vorteile, ambulante und stationäre Versorgung am selben Ort durchführen zu können.

»Die ambulante Medizin kann nur so gut sein, wie sie in der stationären Medizin ihren Anschlusspartner findet«, sagt Mohnike. Das sei eine Erkenntnis aus der Arbeit des DTZ seit 1990, welches Patient*innen ambulant versorgt. Dementsprechend sinnvoll sei die Zusammenarbeit mit den DRK-Kliniken. 2016 seien diese an das DTZ herangetreten mit dem Plan, eine Einrichtung für ambulante Strahlentherapie auf dem Köpenicker Klinikcampus zu errichten. Daraus sei die Idee für ein Onkozentrum Berlin (OZB) entstanden. Dort soll die Expertise beider Partner in der Krebsbehandlung genutzt werden, um eine ganzheitliche, sektorenübergreifende und interdisziplinäre Versorgung zu bieten.

Mohnike zählt die Vorteile des Konzepts auf: gebündelte Expertise, Optimierung der Therapie-Steuerung, Vermeidung von Übertherapie und Überdiagnose und Abbau der Wartezeiten für die Patient*innen. Sein Partner in der Entwicklung des Onkozentrums, Matthias Pross, sieht auch erhebliche finanzielle Vorteile. »Für die Kostenträger kommt es offensichtlich zur Einsparung von Transportkosten«, so Pross. Momentan müssten Patient*innen für eine komplementäre medizinische Leistung, beispielsweise eine Strahlentherapie, in einen anderen Bezirk gebracht werden. »Die sektorübergreifende Medizin wird außerdem Krankenhausaufenthalte reduzieren und verkürzen.«

Im Onkozentrum soll die gebündelte Versorgung von Krebspatient*innen Arbeitsabläufe für alle Beteiligten erleichtern, heißt es in einem Informationsblatt. So sollen alle behandelnden Ärzte untereinander vernetzt sein, um den Betroffenen zum Beispiel Zweituntersuchungen zu ersparen. Die ambulante Versorgung umfasse nuklearmedizinische und radiologische Diagnostik sowie Strahlentherapie und werde vom Diagnostisch-Therapeutischen Zentrum durchgeführt. Die DRK-Kliniken werden verantwortlich sein für die stationäre Behandlung in Chirurgie, Innerer Medizin und Gynäkologie. »Wir freuen uns auf viele Patienten und auf gesetzlich versicherte Patienten«, sagt Mohnike. Ziel sei es, jeden zu behandeln, der Hilfe braucht, und keine Elitemedizin zu betreiben. »Elitemedizin nur im Sinne unserer Ansprüche.«

Zunächst muss allerdings investiert werden. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt 20 Millionen Euro und wird ohne öffentliche Fördermittel durch das DTZ Berlin finanziert. Gebaut wird bereits seit August, die geplante Fertigstellung ist 2019 bis 2020. Bürgermeister Oliver Igel hofft auf einen pünktlichen Bauprozess: »Man muss zugeben, da waren schon einige Stolpersteine dabei, um zum heutigen Tag zu kommen.« »Für die weiteren Arbeiten wünsche ich einen unfallfreien Bauverlauf - hoffentlich im Zeit- und Kostenrahmen.«

Die Grundsteinlegung am Nachmittag erlaubt den Blick auf die Baustelle des künftigen Onkozentrums. »Das Gebäude ist ein alter Plattenbau, es war mal eine Behindertenwerkstatt«, berichtet Initiator Matthias Pross. Inzwischen stehe es schon seit über zwölf Jahren leer.

Zur Grundsteinlegung wird traditionellerweise eine Zeitkapsel eingelassen, in diesem Fall durch Konrad Mohnike, Arzt des Diagnostisch-Therapeutischen Zentrums. »Das ist ein sehr schöner Moment in strahlendem Sonnenschein«, freut er sich. In die Kapsel sind aktuelle Informationsmaterialien zu DTZ und DRK gekommen, außerdem ein Stethoskop und eine Karteikarte mit den aktuellen Kennzahlen des Bezirks Treptow-Köpenick.

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