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Karl Mildenberger

23. 11. 1937 - 4. 10. 2018

Seinen größten Moment als Profiboxer hatte Karl Mildenberger 1966 im Frankfurter Waldstadion - er dauerte fast zwölf Runden. So lange hatte der Schwergewichtler aus Kaiserslautern an jenem Tag gegen den »Greatest of all Time« bestehen können: Muhammad Ali, bis heute bester Boxer des Planeten. Noch vorm ersten Gong hatten die Experten einen Ali-Sieg innerhalb der ersten drei Runden vorhergesagt. Doch »Milde« machte es dem Weltmeister aus den USA schwer. Vor den Augen von Filmstars wie Jean-Paul Belmondo und Ursula Andress entschied der Rechtsausleger sogar die sechste und siebente Runde des Kampfes, der auf 15 Runden angesetzt war, für sich. Die 30 000 im Stadion waren aus dem Häuschen: »Milde, Milde!« riefen sie. Ein Wirkungstreffer des US-Amerikaners ließ Mildenbergers Auge immer mehr anschwellen, am Ende schickte der Ringrichter ihn in die Ecke und riss Alis Arm hoch.

Ali meinte danach, Mildenberger sei »der zweitschnellste Schwergewichtler der Welt und der am besten aussehende weiße Boxer«. In Kaiserslautern empfingen 30 000 Menschen ihren »Vizeweltmeister«. Karl Mildenberger, von 1964 bis 1967 Europameister, hörte 1969 mit dem Boxen auf und arbeitete bei einer Brauerei. Zudem war er Rettungsschwimmer und trainierte ehrenamtlich junge Boxer. jig

Kyriakos Papadopoulos

1974 - 9. 10. 2018

Er war Oberleutnant zur See der griechischen Kriegsmarine und wäre doch des Friedensnobelpreises würdig gewesen. Begonnen hatte er einst als Matrose bei der Handelsschifffahrt. Seit 1999 im Dienst der militärischen Küstenwache im Ägäischen Meer gegenüber der Türkei wurde sein Job ab 2015 unversehens zur langandauernden Lebensrettungsmission für Flüchtlinge. Diese versuchten - wie Papadopoulos es einschätzte - »auf kaum seetauglichen Booten« auf die griechische Insel Lesbos überzusetzen. Mindestens 1200 kamen seitdem dabei um.

Es wären erheblich mehr gewesen, wenn der Oberleutnant mit seiner Crew auf Küstenwachboot Nr. 602 nicht mehr als 5000 Schiffbrüchige buchstäblich aus dem Wasser gezogen hätte. International bekannt wurde der Offizier damit, selbst auf Lesbos geboren, durch den oscarnominierten Dokumentarfilm »4,1 Seemeilen«. Ihn, Vater zweier Töchter, schmerzte besonders, dass die Kinder häufig keine passenden Rettungswesten hatten. Am Dienstag ist Papadopoulos mit 44 Jahren einem Herzinfarkt erlegen. roe

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