Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Ein obsoleter Paragraf

Ulrike Henning votiert für stärkere Informationsrechte von Frauen

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: 1 Min.

Es ist nicht Werbung, die ungewollt schwangere Frauen zur Entscheidung für eine Abtreibung bringt. Dieses Argument nannte die Ärztin Kristina Hänel noch einmal in dem Berufungsverfahren, das gestern in Gießen stattfand und in dem ihre Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen »Werbung« für Schwangerschaftsabbrüche bestätigt wurde.

Schon die Wortwahl im immer deutlicher obsoleten Paragrafen 219a macht klar, in welche Ecke die medizinischen Helferinnen für Frauen in Not gestellt werden sollen: Sie suchten einen »Vermögensvorteil«, betrieben ihre Information in »grob anstößiger Weise« und »priesen« gar etwas an, was die Front der Konservativen mindestens in eine dunkle Ecke drängen, auf jeden Fall tabuisieren oder am besten ganz verbieten will.

Abtreibung ist eine mögliche Entscheidung. Frauen, die sie treffen, gehen nicht shoppen. Sie folgen keinem Kaufreflex. Sie in diesem Zusammenhang als willenlos und manipulierbar darzustellen, wirft ein Schlaglicht auf das Frauenbild der Abtreibungsgegner.

Die Regierungsparteien haben sich bislang davor gedrückt, Informationsrechte der Frauen zu stärken und mit der Schimäre der Werbung in diesem Kontext aufzuräumen. Deshalb müssen jetzt Menschen, deren Hobby vermutlich nicht juristische Auseinandersetzungen sind, die Sache ausfechten. Dass damit erneut ein relevantes Thema vor Gerichten vorangebracht wird, ist ein Armutszeugnis für die Regierungspolitik.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln