Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Salvini siedelt Flüchtlinge um

200 Migranten müssen Dorf Riace in Süditalien verlassen / Festnahme von Bürgermeister Lucano

  • Lesedauer: 2 Min.

Rom. Italiens faschistischer Innenminister Matteo Salvini siedelt alle Migranten aus einem Dorf, das viele Flüchtlinge aufgenommen hat, um. Im süditalienischen Riace war vor rund zwei Wochen der Bürgermeister Domenico Lucano festgenommen worden, der international als Symbol für Integration und Toleranz galt. Die Migranten würden von kommender Woche an in andere Flüchtlingsunterkünfte in Italien gebracht, erklärte das Innenministerium am Samstag. Laut italienischen Medien wohnen rund 200 Einwanderer in dem kleinen Ort in Kalabrien.

Lucano wird Begünstigung illegaler Einwanderung vorgeworfen. Er soll unter anderem Scheinehen zwischen Geflüchteten und Einwohnern von Riace organisiert haben. Lucanos Idee war, das aussterbende Dorf mit der Hilfe von Migranten wiederzubeleben. Viele Menschen, darunter auch Prominente wie der Enthüllungsjournalist Roberto Saviano, hatten gegen seine Festnahme protestiert. Sie sehen diese als politisch motiviert an. Lucano hatte in Deutschland den Dresdner Friedenspreis gewonnen. Er selbst erklärte, die Regierung wolle nur seine migrantenfreundliche Projekte zerstören.

»Wer einen Fehler macht, muss dafür bezahlen«, sagte Salvini. »Man darf keine Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung öffentlicher Gelder dulden, auch nicht wenn es die Entschuldigung gibt, sie für Migranten auszugeben.« Der Chef der faschistischen Partei Lega fährt seit seinem Amtsantritt einen strammen Anti-Migrations-Kurs. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln