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Danke, Karl Marx!

In Trier ist man mit dem Jubiläumsjahr zufrieden - auch ohne Besucherrekord

  • Von Birgit Reichert, Trier
  • Lesedauer: 3 Min.

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Noch ist die Party nicht ganz vorbei. Aber kurz vor Ende des Festprogramms zum 200. Geburtstag von Karl Marx sind die Organisatoren in Trier ziemlich zufrieden. »Unsere Ausstellung war ein Erfolg, das Konzept ist aufgegangen«, sagt Beatrix Bouvier, die wissenschaftliche Leiterin der zentralen rheinland-pfälzischen Landesausstellung. Auch wenn ein neuer Besucherrekord nicht zu erwarten ist, hat die Marx-Schau in zwei Trierer Museen Bouvier zufolge die gesetzten Ziele erreicht. Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren und und lebte die ersten 17 Jahre seines Lebens dort.

Seit Mai feiert Trier seinen bekanntesten Sohn. »Wir wollten Diskussionen anregen, ein bisschen Sachlichkeit reinbringen und Information vermitteln. Und das haben wir geschafft«, sagt Bouvier. Es sei genau richtig gewesen, den Denker in seiner Zeit zu zeigen - auch wenn das nicht jedem gefallen habe. »Andere fanden das gerade gut.« Für die Schau wurden so viele Exponate zu dem Visionär zusammengetragen wie nie zuvor: gut 400 Objekte von 110 Leihgebern aus elf Ländern.

Zu der erwarteten Gesamt-Besucherzahl wollte sich die Ausstellungsgesellschaft nicht äußern. Zahlen solle es erst nach dem Ende der Schau »Karl Marx 1818-1883. Leben. Werk. Zeit.« am 21. Oktober geben, hieß es. Mitte September vermeldeten die Macher der Landesausstellung gut 65 000 Besucher für das Rheinische Landesmuseum Trier und das Stadtmuseum Simeonstift Trier. Zum Vergleich: Die Sonderausstellung über den römischen Kaiser Nero im Jahr 2016 hatte an den beiden Standorten gut 272.000 Besucher angezogen.

Dennoch ist man in Trier zufrieden. »Die große Landesausstellung im Karl-Marx-Jahr war aus unserer Sicht ein Erfolg«, sagt Kulturdezernent Thomas Schmitt (CDU). Die Resonanz der Besucher sei fast durchweg positiv gewesen. »Wir nähern uns der Marke von 150 000 Besuchern aller Museen«, sagt er - und meint damit vier Museen in Trier, die sich 2018 mit Marx beschäftigt haben. Zudem habe das bunte Rahmenprogramm im Jubiläumsjahr mit Musik, Tanz, Workshops und Vorträgen gezeigt: »Marx macht mobil - das galt für die Einheimischen wie die Touristen.«

»Das Jubiläumsjahr hat Trier touristisch noch einen Schub gebracht«, meint der Prokurist der Trier Tourismus und Marketing GmbH, Hans-Albert Becker. Hunderte Führungen rund um den weltberühmten Philosophen wurden durchgeführt; sechs Prozent mehr Besucher und sechs Prozent mehr Übernachtungen ausländischer Gäste stehen in der bisherigen Bilanz. »Viele sind über Marx auf Trier aufmerksam geworden.«

Der zum 200. Marx-Geburtstag aufgelegte Null-Euro-Schein sei ein Verkaufsschlager geworden, erzählt Becker. Rund 130.000 Exemplare des violetten Scheins seien in mehr als 40 Länder verkauft worden. »Mit solch einem Erfolg hätte keiner gerechnet.« Der Schein werde auch über das Marx-Jahr hinaus angeboten. »Marx bleibt ja ein Bestandteil unserer Stadt.« Zudem habe Trier mit der anfangs umstrittenen großen Bronzestatue von Marx einen neuen touristischen Anziehungspunkt bekommen. »Da stehen immer mehr als 20 Leute und machen Fotos«, berichtet Becker. Das samt Sockel 5,50 Meter hohe Denkmal hatte die Volksrepublik China Trier geschenkt. »Die Statue hat - genau wie die Ausstellung und die vielen Veranstaltungen des Rahmenprogramms - dafür gesorgt, dass Karl Marx im Gespräch ist«, meint Schmitt.

Auch nach dem Ende des sechsmonatigen Veranstaltungsreigens geht eine Marx-Ausstellung in Trier weiter - die neu konzipierte Dauerausstellung im Museum Karl-Marx-Haus, dem Geburtshaus von Marx. Mehr als 40.000 Besucher aus aller Welt sind seit Anfang Mai bereits in dem schmucken barocken Wohnhaus gewesen. Zu den vielen Veranstaltungen im begleitenden Jubiläumsprogramm werden am Ende mehr als 50.000 Menschen gekommen sein, schätzt Leiter Rudolf Hahn. »Ich bin mehr als zufrieden, wir hätten nie erwartet, dass es so viele werden.«

Beim Abschlussfest am 21. Oktober im Theater Trier soll es eine Staffelübergabe geben: Vom Karl-Marx-Haus an das Engels-Haus in Wuppertal sowie von der Stadt Trier an die Stadt Wuppertal. Denn 2020 wird in der Geburtsstadt von Friedrich Engels, dem engen Freund von Marx, das Engels-Jahr anlässlich des 200. Geburtstags von Engels gefeiert. dpa/nd

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