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Ein Regime, zu dem das passt

Roland Etzel zum mutmaßlichen Mord an Jamal Khashoggi

  • Von Roland Etzel
  • Lesedauer: 2 Min.

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Mag es auch juristisch nicht eindeutig belegbar sein, so zweifelt doch kaum jemand noch daran, dass der saudi-arabische Publizist Khashoggi nicht mehr lebt. Und ebenso wenig steht wohl inzwischen in Frage, dass er in der Istanbuler Vertretung seines Landes einem Verbrechen zum Opfer fiel. Dafür spricht das Lavieren der saudi-arabischen Behörden in diesem Fall, vor allem aber, wie das Königreich generell mit Andersdenkenden verfährt.

Wie im Mittelalter wird ausgepeitscht und Dutzende Male im Jahr auch geköpft, am 2. Januar 2016 sogar 47 Mal an einem Tag. König Salman und sein kronprinzlicher Kriegsfürst Mohammed können sich das ungestraft erlauben. Die Kritik aus dem Westen ist zwar obligatorisch, aber von einer so weichgespülten Art, dass niemand dort je ernsthafte Folgen befürchten musste. Auch aus Deutschland versiegte der Waffennachschub für die royale Clique deshalb nie.

Einen Menschen in der eigenen konsularischen Vertretung umzubringen, noch dazu seinen derzeit international bekanntesten kritischen Journalisten, ist eine Schurkerei, die in der Geschichte der Diplomatie ihresgleichen sucht. Wenn sie derzeit zu einem Staat passt, dann ist das Saudi-Arabien. Welche Ironie der Geschichte, dass nun ausgerechnet der medienfeindliche Präsident der USA, wo Khashoggi Asyl gefunden hatte, und sein Amtskollege aus der Türkei, wo Hunderte Medienschaffende im Gefängnis sitzen, am lautesten nach Aufklärung rufen.

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