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Umzug der Puppen

Die Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« eröffnet ihr neues Gebäude in Mitte

  • Von Bahareh Ebrahimi
  • Lesedauer: 3 Min.

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Als die erste deutsche Schauspielschule im Jahr 1905 von Max Reinhardt, dem Intendanten des Deutschen Theaters in Berlin, gegründet wurde, fand der Unterricht zum Teil in den Räumen dieses Theaters statt. Die 1951 vom DDR-Kultusministerium umbenannte Staatliche Schauspielschule musste dann aus dem Theater-Viertel in das Industriegebiet Schöneweide ziehen. 1981 wurde sie zur Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«.

Nach 67 Jahren kommt die Hochschule nun zurück in die Mitte Berlins. Dass die Hochschule ein neues Gebäude brauchte, das alle Studiengänge unter einem Dach vereint, war lange klar. Es gab sogar Demonstrationen der Studierenden, bis dieses Projekt verwirklicht wurde. Das Haus musste für alle Bereiche der künstlerischen Ausbildung geeignet sein. So wurden für den neuen Standort der Hochschule die ehemaligen Opernwerkstätten in der Zinnowitzer Straße ausgewählt. »Niemand hat an einen Ort im Westen gedacht«, sagt Holger Zebu Kluth, der Rektor der Hochschule, es passe nicht in die Tradition. Es wurde ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den das Architekturbüros Ortner & Ortner gewann. Was den Gebäudekomplex prägt, ist der 24 Meter hohe holzverkleidete Bühnenturm, der abends beleuchtet wird und das Haus als öffentlichen Ort in der Gegend erkennen lässt. »Holz ist dem Theater nicht fremd«, sagt der Architekt Roland Duda.

Normalerweise wird dieses Material im Hintergrund benutzt, für das Bauen der Kulissen etwa, aber Holz auch außen zu zeigen, ist etwas Besonderes. Dieser Holzturm bietet Platz für zwei Studiobühnen, die übereinanderliegen und jeweils circa 130 Plätze für öffentliche Aufführungen haben. Das 44 Millionen Euro teure Bauprojekt wurde in diesem Jahr fertiggestellt.

Der Umzug erfolgte über den Sommer. So kamen alle Studiengänge, die bis jetzt an vier verschiedenen Standorten verteilt waren, zusammen: Schauspiel, Regie, Zeitgenössische Puppenspielkunst, Regie, Choreografie, Dramaturgie und Spiel und Objekt. Außerdem wurden die bisher stadtweit verteilten Medienbestände und Bücher in einer Bibliothek mit einem elf Meter hohen Lesesaal zusammengebracht. Jeder Standort habe eine eigene Geschichte und einen eigenen Charakter gehabt, sagt Kluth. Diese sollten nicht mit dem Umzug verloren gehen.

Das Wintersemester 2018/19 beginnen alle Studierenden im neuen Haus. Anlässlich dessen wird am 26. Oktober in der Zinnowitzer Straße 11 gefeiert. Das Gebäude ist ab 20 Uhr für alle offen. Zur Neueröffnung sind auch zwei Fotoausstellungen zu sehen. Der Abschlussjahrgang Schauspiel 2019 wird in einer Zusammenarbeit mit der FH Bielefeld für Gestaltung durch die Porträtbilder von vier Studenten aus der Klasse des renommierten Fotografen Armin Smailovic präsentiert.

Die Persönlichkeit der Studierenden spielt in dieser Hochschule die wichtigste Rolle. Daher passt das Format Porträt gut. Beim Studiengang Zeitgenössische Puppenspielkunst haben außer den Studierenden auch die Puppen ihren eigenen Charakter. Die Berliner Fotografin Benita Suchodrev hat - nach langen Interviews mit verschiedenen Studenten und Studentinnen - diese im Umgang mit ihren Puppen porträtiert. So stellt die Sonderausstellung »Puppet Masters« den Dialog zwischen Puppen und ihren Meistern dar, in jenem Moment, in dem das unbelebte Material lebendig wird.

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