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  • Berlin
  • Feine Sahne Fischfilet

Kultursenator lädt Punkmusiker ins Bauhaus-Archiv ein

Klaus Lederer (LINKE) will mit geplanten Konzert ein politisches Signal setzen / Gruppe kann am 6. November am Anhaltischen Theater Dessau auftreten

  • Lesedauer: 3 Min.

Berlin. Nach der Konzert-Absage in Dessau hat Berlins Kultursenator Klaus Lederer (LINKE) die Punkband Feine Sahne Fischfilet in das Bauhaus-Archiv in der Hauptstadt eingeladen. Damit setzte Lederer als diesjähriger Vorsitzende des Bauhaus Verbundes ein politisches Signal. Die Band sei eingeladen, erklärte die Senatskulturverwaltung am Montag. Eine Rückmeldung gebe es bislang nicht. Zuvor hatte die »Berliner Zeitung« darüber berichtet.

Das Bauhaus Dessau hatte ein vom ZDF dort geplantes Konzert der linken Punkband am 6. November abgelehnt, nachdem rechte Gruppierungen im Internet zum Protest gegen den Auftritt der Musiker aufgerufen hatten. Man wolle kein Austragungsort politischer Agitation und Aggression werden, hieß es.

Die Band engagiert sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Zuletzt spielten die Musiker bei einem Konzert gegen Rechtsextremismus in Chemnitz. Im Verfassungsschutzbericht taucht der Name der Band seit einigen Jahren nicht mehr auf.

Rechts, links oder andere
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Die Musiker hatten die Dessauer Absage scharf kritisiert. Sie halten daran fest, dass sie am 6. November in der Bauhaus-Stadt in Sachsen-Anhalt auftreten wollen. Das Konzert in Berlin soll dann gegebenenfalls an einem anderen Termin sein. Das dortige Bauhaus-Archiv ist derzeit für Sanierungsarbeiten leergeräumt. Die weltberühmte Architektur- und Designschule feiert 2019 ihr 100-jähriges Bestehen.

Die Absage des Konzertes auf der Bauhausbühne im Rahmen einer ZDF-Konzertreihe hatte für heftige Kritik gesorgt. Zuletzt nannte der Deutsche Kulturrat die Untersagung des Konzertes einen Skandal. »Angst vor rechten Protesten - das sollte gerade eine Stiftung, die das Erbe des Bauhauses pflegt, wissen, darf nie die Oberhand gewinnen«, twitterte Geschäftsführer Olaf Zimmermann. »Es darf niemals der Eindruck entstehen, dass der Druck der rechtsextremistischen Szene ausreicht, ein Konzert zu verhindern«, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Die Kunstfreiheit genieße in Deutschland hohen Verfassungsrang. Dieser Stellenwert sei die Lehre aus der deutschen Geschichte mit dem Angriff auf die Demokratie von rechten und linken Antidemokraten. Die Verantwortung der Künstler zur Verteidigung dieser Freiheit sei unverzichtbar, sagte Grütters.

Seinen Kurs geändert hat dagegen das Anhaltische Theater Dessau und zog seine Absage an die Band zurück. »Die abschlägige Antwort auf eine kurzfristige Anfrage der Medien war schlecht überlegt und falsch«, teilte das Theater am Montag mit. Man habe bei der Band um Entschuldigung gebeten. Der Diskurs über Kunst könne nur geführt werden, wenn sich die Kunst unbedingt in aller Freiheit präsentieren könne. »Der Auftritt wird am 6. November in Dessau stattfinden. Näheres werden die Veranstalter in Kürze mitteilen«, hieß es. Agenturen/nd

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