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Die Reichsten zahlen weniger Miete

Ausgaben für Miete von Geringverdienern steigen deutlich. Am oberen Ende der Einkommensverteilung spart man jedoch

  • Lesedauer: 2 Min.

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Berlin. Steigende Wohnkosten verstärken die Ungleichheit zwischen Arm und Reich in Deutschland weiter. Die Wohnausgaben der Menschen im einkommensschwächsten Fünftel der Gesellschaft sind zwischen 1993 und 2013 von 27 auf 39 Prozent ihres Nettoeinkommens gestiegen, wie eine Studie von Berliner und Londoner Wissenschaftlern ergab, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Im einkommensstärksten Fünftel der Bevölkerung seien die Wohnausgaben hingegen von 16 auf 14 Prozent gesunken. Zuerst hatte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (Montag) über die Studie berichtet.

Den Angaben zufolge ist die Kluft zwischen Geringverdienern und Besserverdienern seit Mitte der 1990er Jahre ohnehin stark gestiegen. Fallende reale Einkommen unter Geringverdienern und steigende Mieten führten zu einem deutlichen Anstieg des Anteils der Wohnausgaben am Einkommen. Das bedeute für Haushalte mit geringem Einkommen einen besonders starken Rückgang der Konsummöglichkeiten und der Sparmöglichkeiten, schreiben die Studienautoren Christian Dustmann vom University College London sowie Bernd Fitzenberger und Markus Zimmermann von der Humboldt-Universität Berlin. Die Studie beruht vor allem auf Zahlen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes.

Der Umstand, dass ein großer und steigender Anteil der Menschen mit geringem Einkommen nicht sparen könne, »ist besorgniserregend«, heißt es. Vermögensbildung durch den Kauf von Immobilien werde für diese Bevölkerungsgruppe weiter erschwert. Daher sei zu erwarten, dass die steigende Ungleichheit in den Ersparnissen künftig zu einer weiteren Verschärfung der Vermögensungleichheit führen werde. Im einkommensschwächsten Fünftel der Gesellschaft wohnen laut Studie mit rund 77 Prozent deutlich mehr Menschen zur Miete als im oberen Fünftel (35 Prozent).

Zudem gebe es weitere Gründe für die Entwicklung. So habe der Anstieg der Mieten in den 1990er Jahren die Wohnkosten für Mieter deutlich mehr gesteigert als die der Eigentümer. Die Kosten für Eigentümer seien hingegen ab Mitte der 2000er Jahre, etwa wegen sinkender Hypothekenzinsen, gefallen.

Auch die steigende Zahl der Einpersonenhaushalte führe zu einem Anstieg der Pro-Kopf-Wohnausgaben. Menschen mit niedrigem Einkommen seien davon am stärksten betroffen. Migration von Ost- nach Westdeutschland und von Personen mit niedrigem Einkommen in teure Städte spiele ebenfalls eine Rolle. epd/nd

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