Werbung

Campus-Absage ist ein Erfolg

Martin Kröger begrüßt die Absage des Internetkonzerns

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Google in Kreuzberg: Campus-Absage ist ein Erfolg

Dass die CDU (»Fatales Signal!«) und die FDP (»Schaden der gesamten Stadt«) die Umwandlung des Google-Campus zugunsten von sozialen Organisationen politisch ausschlachten werden, war erwartbar. Wer angesichts von realer Verdrängung von alteingesessenen Berlinern aber in diesem Kontext von »Kiez- und Milieuschutz-Fanatikern« schwadroniert, hat Berlin nicht verstanden. Das schlägt sich dann natürlich auch in miesen Zustimmungswerten in den Umfragen wieder.

Wie unsinnig die Mär vom »investorenfeindlichen« Berlin darüber hinaus ist, die die Rechten verbreiten, zeigt ein Blick auf die wirtschaftlichen Fakten: Nach Angaben der Investitionsbank Berlin wird das Bruttoinlandprodukt der Hauptstadt mit einem Plus von 2,7 Prozent erneut über dem Bundesdurchschnitt liegen. Wegen der hohen Dynamik steigt auch die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs. Was das angeht, liegt Berlin mit einer Steigerung von 49 500 Jobs auf 1,48 Millionen innerhalb eines Jahres an der Spitze der Bundesländer. Dass der Wegfall von 60 Büroarbeitsplätzen, die Google im Umspannwerk Kreuzberg einrichten wollte, diese allgemeine wirtschaftliche Dynamik brechen wird, ist auszuschließen.

Für die zahlreichen Initiativen, die um ihre Kieze kämpfen, ist der Schwenk des Internetkonzerns, dagegen ein schöner Erfolg. Mehr aber auch nicht. Deshalb werden in Kreuzberg an diesem Mittwochabend keine Sektkorken knallen. Zwar wird die Ansiedlung der sozialen Unternehmen begrüßt. Aber die genauen Details der Vereinbarung von Google sind unbekannt. Und an der alles bedrohenden Verdrängungsrealität ändert die Google-Entscheidung gar nichts. Die läuft auch ohne Campus täglich weiter.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen