Werbung

Konditionierte Entwicklungshilfe

Martin Ling über Minister Gerd Müllers neues Strategiepapier

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 1 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Das Problem beim deutschen Entwicklungsminister Gerd Müller ist seltener, was er sagt, sondern was er verschweigt. Die 85 Länder, die derzeit von deutschen Entwicklungshilfegeldern »profitieren«, werden einer Überprüfung unterzogen und danach wird die Spreu vom Weizen getrennt. Später werden die Mittel auf Länder konzentriert, die den deutschen Vorstellungen von Korruptionsbekämpfung, der Achtung von Menschenrechten und dem Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen entsprechen.

Es ist das gute Recht eines Gebers, seine Mittel dahin fließen zu lassen, wo es ihm beliebt, und dorthin, wo er seine Bedingungen erfüllt sieht. Doch was Müller ausspart, ist, dass deutsche Entwicklungsgelder zu großen Teilen schon immer konditioniert fließen und die Bedingung heißt: Gut ist, was für Deutschland gut ist. Statt lokale Experten zu landesüblichen Löhnen zu beschäftigen, wird auf Experten aus dem Geberland zurückgegriffen. Statt auf dem Weltmarkt oder, so möglich, noch besser auf dem lokalen Markt notwendige Produkte einzukaufen, wird auf deutsche Produkte bestanden, um die eigene Exportindustrie zu fördern.

Wer Kredit gibt, Entwicklungshilfemittel sind nur zum Teil Schenkungen, schafft schließlich an - in der Hauptsache werden Experten oder Produkte exportiert. Müllers »neue Bedingungen« werden nachrangig bleiben.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!