Eine Musik der Angst

»Usher« nach Edgar Allen Poe und Claude Debussy an der Berliner Staatsoper

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Eine Atmosphäre wie in Hitchcock-Filmen: Angst waltet im hochherrschaftlichen Hause des Geschwisterpaares der Rodericks. Eine Angst, die auf die Agierenden selbst wie auf eine ganze Epoche fällt. Selbst die Zimmerwände, das Sofa als Ruhe- und Grabstätte, der Winkel, in dem das Ensemble spielt, die Fenster; das Grollen der Gewitter, der Nebel, der die Körper und Seelen eintrübt, jegliches Licht, das seine Schatten wirft - schließlich die Musik selber strahlen Angst ab. Wahnhaft schön ebenso wie verzweifelt klingen die Arien des Roderick Usher (David Oštreck) und seiner Schwester Lady Madeline (Ruth Rosenfeld).

Die Oper »Usher« nach der berühmten Geschichte von Edgar Allen Poe, »Der Untergang des Hauses Usher«, mit Musik von Claude Debussy für vier Vokalisten und Ensemble fällt eine starke politische Dimension zu. Der Komponistin Annelies Van Parys erschien vor allem die Lesart von Debussy »als eine perfekte Metapher für die gegenwärtige...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.