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Keinen Fuß in der Start-up-Szene

Simon Poelchau zum Innovationstarifvertrag zwischen IG Metall und Bosch

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.

Sonderlich froh sollte die IG Metall nicht sein über den Innovationstarifvertrag, den sie mit Bosch geschlossen hat, und mit dem sie auf neue Arbeitsbedingungen in Zeiten der Digitalisierung reagieren will. Zwar schafft sie nun eine tarifliche Absicherung für die Beschäftigten einer Bosch-Ausgründung, in der es zuvor keinen Tarifvertrag gab. Doch stimmte die Gewerkschaft dafür einer Aufweichung des Prinzips Tarifvertrag zu. Statt fester Gehaltsstrukturen gibt sie dem Unternehmen jetzt Spielraum für individuelle Verhandlungen.

Vor allem aber hat die IG Metall den Vertrag mit einem Tarifpartner geschlossen, der solche Verhandlungen gewohnt ist. Dabei sind die angestammten Konzerne, auch wenn sie mal eine Firma ohne Tarifvertrag ausgründen, nicht das Problem. Viel gravierender für die Gewerkschaft ist, dass sie keinen Fuß in die Start-up-Szene bekommt. Tausende Menschen arbeiten mittlerweile in diesem Bereich, in dem die Arbeitsplätze der Zukunft geschaffen werden. Doch werden dort Arbeitnehmerrechte häufig mit Füßen getreten. Wer es wagt, »Betriebsrat« sagen, ist in solchen Klitschen meist schneller entlassen, als er das Wort zu Ende sprechen kann.

Die Zukunft der Gewerkschaften liegt also nicht nur in Innovationstarifverträgen mit angestammten Konzernen. Sie entscheidet sich in der Frage, ob es ihnen gelingt, endlich mal einen Fuß in die digitale Branche zu bekommen.

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