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Bolsonaro will Botschaft nach Jerusalem verlegen

Brasilien folgt dem Beispiel der USA / Netanjahu lobt »historischen« Entschluss

  • Lesedauer: 2 Min.

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Rio de Janeiro. Nach den USA will auch Brasilien seine Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegen. Der neugewählte Präsident Jair Bolsonaro schrieb am Donnerstag auf Twitter, wie bereits im Wahlkampf angekündigt plane er den Umzug der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. »Israel ist ein souveräner Staat, und wir sollten dies respektieren.«

Kurz nach seinem Tweet sagte Bolsonaro bei einer Pressekonferenz, er gehe nicht davon aus, dass die Entscheidung die Beziehungen seines Landes zur arabischen Welt belasten würden. »Wir haben größten Respekt vor dem israelischen Volk und vor der arabischen Bevölkerung«, betonte der Faschist. Zuvor hatte er in einem Interview mit der israelischen Zeitung »Hajom« gesagt, Israel könne selbst bestimmen, wo seine Hauptstadt angesiedelt sei.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüßte Bolsonaros Ankündigung. »Ich beglückwünsche meinen Freund, den gewählten Präsidenten von Brasilien, Jair Bolsonaro, zu seinem Vorhaben, die brasilianische Botschaft nach Jerusalem zu verlegen«, schrieb er auf Twitter. »Ein historischer, richtiger und aufregender Schritt.«

Brasilien folgt mit dem Botschaftsumzug dem Beispiel der USA. US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem im Dezember 2017 als Hauptstadt Israels anerkannt und später die US-Botschaft dorthin verlegt, was wütende Protesten der Palästinenser nach sich zog. Die umstrittene Eröffnung der diplomatischen Vertretung am 14. Mai führte zu blutigen Unruhen mit 60 Toten. Kurze Zeit später verlegten dann auch Guatemala und Paraguay ihre Botschaften in Israel nach Jerusalem. Paraguay machte diesen Schritt Anfang September aber wieder rückgängig.

Der endgültige Status Jerusalems ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Sowohl Israel als auch die Palästinenser beanspruchen Jerusalem als Hauptstadt für sich - Israel die gesamte Stadt, die Palästinenser den Ostteil. Wegen des ungeklärten Status der Stadt war es lange Zeit diplomatischer Konsens, dass ausländische Staaten ihre Botschaft nicht in Jerusalem ansiedeln. Agenturen/nd

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