Revolution ≠ Revolution

denkspiel mit Mike Mlynar

Von Mike Mlynar

Revolution ≠ Revolution. So stellt sich mathematisch verknappt die historische wie linguistische Tatsache dar, dass Revolution nicht gleich Revolution ist. Das Wort flattert mehrdeutig durch Zeit und Raum. Was mit ihm inhaltlich gemeint ist, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab.

Zudem wird der Begriff oft für Ereignisse benutzt, die gar nicht zu generellen, sondern bestenfalls zu prinzipiellen Umbrüchen führten - auch in der Mathematik. Revolutionsgeltung spricht man dort gravierenden Neuerungen zu wie der Erfindung der Infinitesimalrechnung (um 1680), der nicht-euklidischen Geometrie (um 1830) oder der transfiniten Mengenlehre (ab etwa 1872).

Genau besehen haben diese und andere das gemeinsame Haus der Mathematik aber nie wirklich revolutionär neu, sondern «nur» immer weiter ausgebaut. Weshalb es wohl unter diesem Dach zwar oft Streit, aber keine Konterrevolutionen gab. Im Sinne eines völligen Um- und Aufbruchs waren nur die Anfänge vor etlichen Jahrtausenden richtig revolutionär. Etwa die Einführung der Zahlen (auch der Null!) ins Rechnen und Handeln der Menschen oder der bewusste Gebrauch logischer Schlussfiguren durch sie.

Von diesem Urknall ist unser mathematischer Alltag übrigens bis heute geprägt. In ihm rechnen und schlussfolgern wir meistens - Taschenrechner hin, Computer her - wie schon die alten Ägypter und Griechen. Deshalb hätten sie wohl auch zu ihrer Zeit bereits unsere beiden heutigen Aufgaben gelöst.

Etwas leichter: Acht junge Sprinterinnen laufen die 400-m-Stadionrunde. Alle kommen separat auf den Plätzen 1 bis 8 an. Fragt eine danach im Scherz: «In welcher Reihenfolge müssten wir mal ins Ziel kommen, damit jede von uns mindestens einmal schneller war als jede andere? Diese Frage geben wir hiermit an Sie weiter.

Etwas schwerer: Zwei Jungen sollen Fußbälle auf eine Torwand schießen; die Bälle dafür haben sie vor sich liegen. Sagt der eine zum anderen: »Wenn du mir einen Ball abgibst, dann haben wir gleich viele.« Stellt der andere fest: »Wenn du mir ein Ball abgibst, dann habe ich doppelt so viele wie du.« Wie viele Bälle hat jeder der beiden?

Antworten an spielplatz@nd-online.de oder per Post (Kennwort »Denkspiel«). Einsendeschluss: Mittwoch, 7. November. Absender nicht vergessen, denn wir verlosen zwei Buchpreise separat für die richtigen Antworten auf beide Fragen. Auch Einzeleinsendungen sind möglich.